Intuitiv Essen – Erkenne und respektiere deinen Hunger

Hunger erkennen und spüren lernen - Intuitiv Essen Prinzip 2

Von Tanja, M.Sc & B.Sc. Psychologin (King's College London), MBPsS, Spezialistin für Essstörungen & Körperbild & Magersucht-Überlebende| 10+ Jahre Erfahrung

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Ich saß vor einem Teller Essen und spürte… alles und nichts zugleich.

Hunger? Ja. Ständig. Quälend. Allgegenwärtig. Aber essen? Nein. Niemals.

Ich verbrachte Stunden damit, Rezepte anzuschauen. Ich kochte. Ich backte. Für andere. Nie für mich.
Ich hatte vergessen – oder besser gesagt: Ich hatte mir verboten – meinem Hunger zu folgen.

Der Hunger war da. Laut. Schreiend. Aber zwischen dem Hungersignal und dem Essen stand eine Mauer aus Regeln, Angst und Kontrolle. Eine Mauer, die ich selbst gebaut hatte.

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Hallo!

Ich heiße Tanja.
Ich bin Psychologin für Essstörungen, Körperhass und Selbstablehnung.
Ich bin auch eine Magersuchtsüberlebende.

Meine Mission ist es, dir zu helfen, deinen Kampf mit dem Essen und deinem Körper zu beenden und dich zu inspirieren, deinen wahren Wert zu entdecken.  Weiterlesen… 

Inhaltsverzeichnis

Ich erinnere mich an Abende, an denen ich für meine Familie kochte – aufwendige Gerichte, mehrere Gänge. Ich roch das Essen. Ich sah, wie alle genossen. Und ich? Ich aß nichts.

„Bist du nicht hungrig?“ fragten sie. „Nein,“ log ich.

Denn zuzugeben, dass ich Hunger hatte – quälenden, brennenden Hunger – und trotzdem nicht aß, hätte bedeutet zuzugeben: Ich habe ein Problem.
Hunger war nicht mein Freund. Hunger war mein Feind.

Ein Signal, das ich bekämpfen, ignorieren, überwinden musste. Hunger bedeutete Schwäche. Hunger bedeutete Kontrollverlust. Hunger nachzugeben hieß, zu versagen.

Und irgendwann – nach Jahren dieses Kampfes – hatte ich die Verbindung zwischen Hunger und Essen komplett gekappt. Ja, ich spürte Hunger. Aber ich wusste nicht mehr, wie man darauf reagiert.

Das ist das Paradoxe an Magersucht und auch an anderen Essstörungen: Du hast ständig Hunger – aber du hast vergessen, ihm zu folgen.

Heute, viele Jahre später, kann ich Hunger erkennen und ihm vertrauen. Ich kann Hunger wieder fühlen – nicht als Feind, sondern als Freund. Als Signal meines Körpers, dass er Nahrung braucht.
Der Weg dorthin war einer der schwierigsten – und wichtigsten – Teile meiner Heilung.

Als Psychologin für Essstörungen und als jemand, die selbst diesen Weg gegangen ist, möchte ich dir heute zeigen, wie du Hunger wieder spüren lernen und deinen Hunger wahrnehmen kannst – nicht nur spüren, sondern auch darauf reagieren.

Denn ohne Hunger zu erkennen UND ihm zu folgen, kannst du nicht intuitiv essen.
Intuitiv Essen Prinzip 2 – Erkenne und respektiere deinen Hunger – ist der Schlüssel zu einer freien Beziehung zum Essen.

Hunger erkennen und Hunger spüren lernen sind fundamentale Fähigkeiten beim intuitiven Essen.

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Wenn wir unsere Hungersignale zu lange ignorieren, verschwinden sie oft vollständig. Oder wir hören die Hungersignale nur noch dann, wenn wir ausgehungert sind, was oft dazu führt, dass wir die Kontrolle über das Essen verlieren und uns überessen. Glücklicherweise kannst du Hunger erkennen wieder lernen – egal wie lange du diese Fähigkeit verloren hattest.

Wenn du wissen möchtest, wie du Diäten aus deinem Leben verbannen kannst, lies meinen Artikel, Lehne die Diät-Mentalität in 5 Schritten ab – Intuitives Essen Prinzip 1, oder wenn du mehr über die Risiken von Diäten erfahren möchtest, lese meinen Artikel Warum sind Diäten so schlecht für deinen Körper und deine Psyche.

Das wunderbare ist jedoch, dass du dich jederzeit wieder mit deinem Hunger- und Völlegefühl verbinden kannst. Indem du lernst, Hunger zu erkennen und Hunger wieder zu spüren, kannst du die Beziehung zum Essen verbessern. Du kannst lernen, deinem Körper wieder zu vertrauen. Hunger erkennen ist der erste Schritt zu diesem Vertrauen. 

Bevor wir tiefer einsteigen: Hunger erkennen bedeutet mehr als nur „Ich habe Hunger“ zu denken.

Hunger erkennen heißt, die Signale deines Körpers wirklich wahrzunehmen und darauf zu reagieren.

hunger erkennen

Was ist Hunger und warum ist Hunger erkennen beim intuitiven Essen so wichtig?

Der Begriff Hunger bezieht sich auf das biologische Bedürfnis, zu essen. Es ist ein Zeichen deines Körpers, dass er gefüttert werden muss. Wenn du eine Diät nach der anderen machst, folgst du nicht deinem biologischen Hunger, was dazu führt, dass du Heißhunger verspürst. 

Heißhunger ist ein dringendes und starkes Verlangen zu essen, das oft zu Überessen oder Fressanfällen führt. Dies ist eine natürliche Kompensation deines Körpers, um nicht zu verhungern. Auch wenn eine Diät von außen nicht wie Verhungern aussieht, sind chronische Diäten ein ernährungstraumatischer Angriff auf deinen Körper und deine Psyche, die durch kontinuierliches Essen beseitigt werden muss. Für deinen Körper fühlt sich jede Mahlzeit, die du zu dir nimmst, wie die letzte an.

Lies die Studie zum „Minnesota Starvation Experiment„, um mehr darüber zu erfahren, wie Heißhunger zu Essstörungen, Essensbesessenheit und negativen Auswirkungen auf die Stimmung führen kann. Hunger erkennen bedeutet auch, zwischen normalem Hunger und Heißhunger unterscheiden zu können.

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Hunger spüren lernen - Wie fühlt sich Hunger an?

Bevor es dir möglich ist  deinen Hunger zu respektieren, ist es wichtig, dass du lernst, auf deinen Körper zu hören und zu wissen, wie sich Hunger anfühlt. Du kennst  vielleicht bereits das Gefühl von Heißhunger, aber es gibt auch nuanciertere und sanftere Hungergefühle. 

Hunger kann auf unterschiedliche Weise, in verschiedenen Körperteilen und in unterschiedlichen Stärken erlebt werden. Hunger kann sich von Person zu Person unterschiedlich anfühlen. Generell ist Hunger eine eher unangenehme Erfahrung, aber wenn du nur ein bisschen hungrig bist, kann es auch angenehm sein.

Um Hunger erkennen zu können, musst du verstehen, wie sich Hunger für DICH anfühlt. Hunger erkennen lernen ist individuell. Hunger kann auf unterschiedliche Weise erlebt werden.

Hier sind einige Beispiele für Hungergefühle:

  •  Gefühl der Ohnmacht
  • Magenschmerzen
  • Ein knurrender, gurgelnder, rumpeliger oder leerer Magen  
  • Gereiztheit
  • Müdigkeit, Schwäche, Langeweile oder Apathie
  • Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen oder trübes Denken
  • Gedanken über Essen

Wenn es dir schwerfällt, herauszufinden, wie sich Hunger anfühlt, denke an eine Zeit, in der du hungrig warst und köstliches Essen rochst. Wie hast du dich gefühlt? Was war dein körperliches Empfinden? Wo in deinem Körper hast du dieses Gefühl gespürt?

Diese Übung hilft dir, Hunger erkennen zu lernen, indem du dich an vergangene Hungergefühle erinnerst.

hunger erkennen

Hunger erkennen und wahrnehmen - Was bedeutet das beim intuitiven Essen?

Deinen Hunger zu erkennen, bedeutet nicht nur aufmerksam zu sein, wenn du hungrig bist, sondern auch wahrzunehmen, wenn du satt bist und eine angemessene Portion gegessen hast. Deinen Hunger zu erkennen, kann folgendermaßen aussehen:

  • Iss, wenn du hungrig bist und höre auf zu essen, wenn du satt bist.
  • Iss nur Essen, das dir schmeckt und du wegen des Geschmacks und der Beschaffenheit genießt und nicht aufgrund der gesundheitlichen Vorteile.
  • Iss nicht, wenn du satt bist oder keinen Hunger verspürst. Selbst wenn es Essenszeit ist, musst du nicht essen. Warte, bis dein Körper dir sagt, dass er bereit ist gefüttert zu werden.
  • Achte auf dich und lasse es dir gut gehen, zum Beispiel, indem du Zeit mit Freunden und Familie verbringst, in ein Journal schreibst,  in den Urlaub fährst oder Kleidung trägst, die dir gefällt und in der du dich wohlfühlst.

Wie beginnst du, deinen Hunger zu erkennen?

Der erste Schritt, um deinen Hunger zu erkennen und Hunger zu spüren, besteht darin, dir der Signale deines Körpers bewusst zu werden. Dies bedeutet, deinen Fokus vermehrt auf deinen Körper zu lenken und dein Bewusstsein für deine körperlichen Hunger- und Sättigungssignale zu schärfen. Der erste Schritt, um Hunger erkennen zu lernen, ist Achtsamkeit für die Signale deines Körpers zu entwickeln.

Dabei ist es wichtig, dass du dir deiner körperlichen Verfassung wie zum Beispiel deinem Herzschlag und deiner Blasenfülle bewusst wirst. Zudem achte auch darauf wie dein Körper auf deine Emotionen reagiert, zum Beispiel kann es sein, dass dein Körper vermehrt schwitzt oder dein Herz rast, wenn du in Panik gerätst.

Wenn du dich mehr mit deinem Körper verbindest, wirst du einen Einblick in deine körperliche und psychische Verfassung bekommen. Dies wird dir helfen, herauszufinden, was du benötigst, um deine Bedürfnisse zu befriedigen.

Für den Anfang, könntest du versuchen, deinen Herzschlag zu spüren und die Anzahl deiner Herzschläge zu zählen, ohne dabei deinen Puls zu fühlen. Diese Übung wird dir helfen, deinem Körper wieder zuzuhören und dich wieder mit den Empfindungen deines Körpers zu verbinden.

Im nächsten Schritt versuche, deine Hungersignale herauszufinden.

Dies kann ein Gefühl sein, wie oben erwähnt, oder etwas völlig anderes. Denke daran, dass es keinen falschen oder richtigen Weg gibt, um Hunger zu verspüren.

Es könnte anfangs etwas schwierig und vielleicht sogar frustrierend sein, besonders wenn du schon lange keinen Hunger verspürst hast. Je mehr du jedoch auf deinen Körper hörst, desto leichter wird es, die Hungersignale zu erkennen.

Ein einfacher Weg damit zu beginnen, ist eine Bewertungsskala von 0 bis 10 zu Hilfe zu nehmen, um deinen Hunger mehrmals am Tag zu bewerten (0 bedeutet schmerzhaft hungrig und 10 bedeutet schmerzhaft voll). Mithilfe der Hunger und Fullness Skala kannst du deinen Hunger bewerten, die Stärke deines Hungers und das Essen, das du gegessen hast, beobachten, was dir dabei helfen wird deinen Hunger zu respektieren.

Anschließend erstelle einen Ernährungsplan für Zeiten, in denen du keinen Hunger verspürst oder du nur ein geringes Verlangen hast, zu essen. Dieser Plan stellt sicher, dass du deinem Körper auch in einer Notsituation weiterhin Essen, das du genießt oder zumindest tolerierst, zukommen lässt. Lege dein Augenmerk dabei auf Mahlzeiten und Snacks, die einfach zuzubereiten sind und versuche, flexibel und offen für Anpassungen zu sein.

Meine Reise zurück zum Hunger - Loslassen und Vertrauen

Das Schwierigste beim Hunger erkennen war nicht das Spüren. Das Schwierigste war: Dem Hunger folgen.
Ich spürte Hunger. Ständig. Aber zwischen „Hunger spüren“ und „Essen“ klaffte ein Abgrund.

Der Wendepunkt kam nicht über Nacht. Er kam in kleinen, angstvollen Schritten.
Ich erinnere mich an das erste Mal, dass ich etwas aß, weil ich Hunger hatte – nicht weil es „Essenszeit“ war, nicht weil es in meinem Plan stand, sondern einfach nur: weil mein Körper es wollte.

Ich hatte so viel Angst. Mein Kopf schrie: „Du gibst nach! Du bist schwach! Du verlierst die Kontrolle!“
Aber ich tat es trotzdem. Ich aß. Und die Welt ging nicht unter.
Ich verlor nicht die Kontrolle. Ich wurde nicht „außer Kontrolle“. Ich aß, wurde satt, und konnte aufhören.

Das war der Moment, als ich verstand: Hunger ist nicht mein Feind. Mein Körper versucht nicht, mich zu sabotieren. Er versucht, mich am Leben zu halten.

Was mir geholfen hat, war Loslassen.
Loslassen der Kontrolle. Loslassen der Regeln. Loslassen der Angst.

Und Vertrauen.
Vertrauen, dass mein Körper weiß, was er braucht. Vertrauen, dass ich nicht „zu viel“ essen werde, wenn ich meinem Hunger folge. Vertrauen, dass intuitiv essen bedeutet, meinem Körper die Führung zu überlassen.

Heute kann ich Hunger spüren UND ihm folgen. Nicht immer perfekt.Aber ich höre meinem Körper zu. Ich vertraue ihm.

Hunger erkennen zu lernen hat mir gezeigt: Mein Körper ist weise. Er weiß, was er braucht. Ich muss nur zuhören. Hunger erkennen zu lernen hat mein Leben verändert. Hunger erkennen ist nicht nur eine Fähigkeit – es ist eine Heilung der Beziehung zu deinem Körper.

Wenn du gerade am Anfang dieses Weges stehst: Hunger wieder fühlen nach Jahren des Kampfes ist wie eine Freundschaft zu reparieren, die du zerstört hast. Am Anfang ist dein Körper vielleicht misstrauisch. Aber Signal für Signal, Mahlzeit für Mahlzeit, lernt er wieder, dir zu vertrauen.
Und du lernst, ihm zu vertrauen.

Intuitiv essen Hunger wahrzunehmen ist nicht nur eine Fähigkeit. Es ist eine Heilung der Beziehung zwischen dir und deinem Körper.
Dein Körper WILL mit dir sprechen. Du musst nur wieder lernen, zuzuhören – und zu antworten.

Es wird einige Zeit dauern, Hunger wieder zu fühlen und Hunger zu erkennen. Intuitiv essen Hunger wahrzunehmen ist ein Prozess, keine Overnight-Lösung.

Für einige kann es nur wenige Tage dauern, bis sie ihren Hunger erkennen und darauf angemessen reagieren. Für andere kann es Wochen oder Monate dauern bis es ihnen möglich ist ihren Hunger zu respektieren. Das Wichtigste ist, geduldig und liebevoll zu dir selbst zu sein und weiterhin Fortschritte zu machen.

Du musst nicht alleine den Weg aus deiner Essstörung oder deinem Körperhass bestreiten.

Schreib mir und wir können gemeinsam herausfinden, wie ich dir helfen kann.

Die Heilung deiner Essstörung und die Überwindung deines Körperhasses ist möglich – Ich habe es geschafft, andere haben es geschafft und so kannst du es auch schaffen!

FAQs zu Hunger erkennen und spüren lernen

Warum spüre ich keinen Hunger mehr?

Nach Jahren des Ignorierens, Bekämpfens oder Überhörens verstummen deine Hungersignale. Dein Körper hat gelernt: „Sie hört mir sowieso nicht zu – wozu noch rufen?“

Bei Essstörungen, besonders bei Magersucht, wird dieser Verlust der Hungersignale oft als „Erfolg“ gefeiert. „Ich habe keinen Hunger mehr“ fühlt sich an wie Kontrolle, wie Stärke. Aber es ist Erschöpfung. Dein Körper hat aufgegeben, mit dir zu kommunizieren.

Die gute Nachricht: Hungersignale können zurückkommen. Hunger wieder spüren zu lernen braucht Zeit – aber es ist möglich.

Schreib mir, wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst. Ich begleite dich gerne auf diesem Weg.

Wie lange dauert es, bis ich Hunger wieder fühlen kann?

Das ist so individuell wie du selbst. Manche Menschen spüren nach wenigen Wochen erste zaghafte Hungersignale. Bei anderen dauert es Monate.

Bei mir dauerte es fast ein Jahr, bis ich Hunger wieder verlässlich spüren konnte – und nicht nur den panikartigen Heißhunger, sondern auch den sanften, normalen Hunger.

Faktoren, die die Dauer beeinflussen:

  • Wie lange hast du Hunger ignoriert?
  • Wie stark untergewichtig bist du?
  • Isst du regelmäßig, auch ohne Hunger?
  • Bei schwerer Restriktion braucht der Körper länger, um wieder zu vertrauen.

Der Prozess ist nicht linear. Es gibt Rückschritte. Tage, an denen du wieder nichts spürst. Das ist normal und Teil der Heilung. Geduld ist hier nicht nur eine Tugend – sie ist notwendig.

Ist Heißhunger dasselbe wie normaler Hunger?

Nein, und der Unterschied ist wichtig zu verstehen.

Normaler Hunger entwickelt sich langsam. Er flüstert zuerst, dann spricht er, dann wird er lauter. Er gibt dir Zeit zu reagieren. Er fühlt sich an wie: „Ich brauche bald etwas zu essen.“

Heißhunger kommt plötzlich, dringend, fast panisch. Er schreit: „JETZT! SOFORT!“ Er ist oft das Resultat von zu langem Warten, zu viel Restriktion, zu wenig Essen über Tage oder Wochen. Dein Körper ist in Panik, weil er denkt, er verhungert.

Bei Essstörungen verwechseln viele Heißhunger bzw. Extremhunger mit „Kontrollverlust“. Aber Heißhunger ist nicht dein Versagen – er ist dein Körper, der verzweifelt versucht zu überleben.

Wenn du häufig Heißhunger hast, isst du wahrscheinlich zu wenig. Lass uns darüber sprechen.

Was wenn ich nur Heißhunger spüre, aber keinen normalen Hunger?

Das ist ein Zeichen, dass du chronisch zu wenig isst. Dein Körper springt direkt zu Alarmstufe Rot, weil er gelernt hat: „Wenn ich nicht JETZT schreie, hört sie mir nicht zu.“

Um wieder normalen Hunger zu spüren, musst du paradoxerweise erstmal regelmäßig essen – auch ohne Hungersignal. 3 Mahlzeiten + 2-3 Snacks täglich, auch wenn du „keinen Hunger“ hast. Das zeigt deinem Körper: „Ich höre dir zu. Du musst nicht mehr schreien. Du bekommst verlässlich Nahrung.“

Nach einigen Wochen bis Monaten regelmäßigen Essens kehren oft die sanfteren Hungersignale zurück. Dein Körper lernt wieder zu vertrauen.

Bei Essstörung ist dieser Prozess oft zu überwältigend für den Anfang. Ich begleite dich gerne dabei.

Was mache ich, wenn ich Angst habe, meinem Hunger zu folgen?

Diese Angst kenne ich so gut. Die Angst, dass wenn du einmal anfängst zu essen, du nie wieder aufhören kannst. Die Angst vor Kontrollverlust. Die Angst vor Gewichtszunahme.

Die Angst ist real. Aber sie ist auch eine Lüge, die dir deine Essstörung erzählt.

Die Wahrheit ist: Dein Körper WILL nicht „zu viel“ essen. Dein Körper will Gleichgewicht.

Aber nach Jahren der Restriktion muss er erstmal auffüllen, was gefehlt hat. Das fühlt sich an wie „zu viel“, aber es ist Heilung.

Was mir geholfen hat: Kleine Schritte. Ich musste nicht sofort jedem Hungersignal folgen. Ich fing an mit: „Heute folge ich meinem Hunger beim Frühstück – nur beim Frühstück.“ Dann erweiterte ich es langsam.

Aber bei starker Angst vor Essen, bei Panik bei Hunger – dann brauchst du oft professionelle Begleitung.

Schreib mir wenn die Angst dich lähmt. Du musst das nicht alleine durchstehen.

Kann ich intuitiv essen lernen, wenn ich meinen Hunger nicht spüre?

Ja – aber mit einer wichtigen Einschränkung: Du musst trotzdem essen.

Intuitiv essen bedeutet idealerweise: auf Hunger hören, essen wenn Hunger da ist.

Aber wenn deine Hungersignale noch nicht zurück sind, bedeutet intuitiv essen: regelmäßig essen, auch ohne Hungersignal. Dein Körper braucht Nahrung, auch wenn er dir das noch nicht sagen kann.

Das kann sich kontraintuitiv anfühlen – „Wie kann ich intuitiv essen, wenn ich keinen Hunger habe?“ Aber das Intuitive daran ist: Du erkennst an, dass dein Körper Nahrung braucht, auch wenn die Signale fehlen. Du vertraust dem Wissen, dass Hunger zurückkommt, wenn du deinem Körper zeigst, dass er sicher ist.

Mit der Zeit – Wochen, Monate – kehren die Hungersignale zurück. Dann kannst du mehr und mehr auf sie hören. Hunger erkennen lernen bei Essstörung ist ein Prozess, kein Schalter.

Wo finde ich Hilfe beim Hunger erkennen und spüren lernen?

Wenn du seit Jahren keinen Hunger spürst, wenn die Angst vor Essen größer ist als der Hunger, wenn du nicht weißt wie du anfangen sollst – dann ist professionelle Unterstützung oft notwendig. Das ist kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen von Weisheit.

Ich begleite Menschen auf diesem Weg. Als Psychologin & Magersucht-Überlebende kenne ich beide Seiten. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn Hunger dein Feind ist. Wenn du jahrelang nicht mehr gespürt hast, was dein Körper braucht. Wenn die Verbindung zwischen Hunger und Essen komplett gekappt ist.

Und ich weiß aus eigener Erfahrung: Diese Verbindung kann wieder hergestellt werden. Hunger kann wieder dein Freund werden. Du kannst wieder spüren, wieder vertrauen, wieder leben.

Schreib mir – ich antworte persönlich.

Wir können gemeinsam herausfinden, wie ich dir helfen kann. Du musst nicht weiter im Schweigen deines Körpers leben.

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