Rückfall Essstörung vermeiden: 5 bewährte Strategien
Von Tanja, M.Sc & B.Sc. Psychologin (King's College London), MBPsS, Spezialistin für Essstörungen & Körperbild & Magersucht-Überlebende| 10+ Jahre Erfahrung
Hallo!
Ich heiße Tanja.
Ich bin Psychologin für Essstörungen, Körperhass und Selbstablehnung.
Ich bin auch eine Magersuchtsüberlebende.
Meine Mission ist es, dir zu helfen, deinen Kampf mit dem Essen und deinem Körper zu beenden und dich zu inspirieren, deinen wahren Wert zu entdecken. Weiterlesen…
Inhaltsverzeichnis
Ich stand weinend in meinem Zimmer. Wieder hatte ich das Essen ausfallen lassen. Wieder hatte ich mich gewogen. Wieder hatte ich gelogen.
Ein Rückfall.
Nach Monaten der Recovery war ich zurück bei Tag 1. Oder so fühlte es sich an.
Ich erinnere mich, wie am Boden zerstört, frustriert und hoffnungslos ich mich fühlte. „All meine Mühe umsonst“, dachte ich. „Ich werde nie geheilt sein.“
Aber die Wahrheit?
Ein Rückfall in die Essstörung ist NICHT das Ende. Es ist Teil des Weges.
Nach 10 Jahren Magersucht und mehreren Rückfällen weiß ich heute: Rückfälle kannst du vermeiden. Oder zumindest früh stoppen, bevor sie sich festsetzen.
Rückblickend waren meine Rückfälle nicht so negativ, wie ich damals dachte. Sie haben mich in meinem Willen gestärkt, vollständig zu heilen. Jedes Mal, wenn ich mich entschied weiterzumachen, zeigte ich meiner Essstörung, wie widerstandsfähig ich trotz allem war.
In diesem Artikel zeige ich dir, wie du einen Rückfall in die Essstörung vermeiden kannst – mit 5 bewährten Strategien aus meiner eigenen Erfahrung und meiner Arbeit mit meine Klienten.
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Rückfall-Angst? Du bist nicht allein.
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Strategies for Recovery
30-50% aller Menschen in Essstörung-Recovery erleben mindestens einen Rückfall.
Das ist NORMAL. Das bedeutet nicht, dass du versagt hast.
Aber: Mit der richtigen Strategie kannst du Rückfälle vermeiden – oder zumindest früh stoppen, bevor sie sich festsetzen.
Als Psychologin M.Sc. und geheilte Ex-Magersüchtige helfe ich dir:
- ✅ Deine Trigger zu erkennen (bevor der Rückfall passiert)
- ✅ Frühe Warnzeichen zu stoppen (bevor es zu spät ist)
- ✅ Gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln (die wirklich funktionieren)
- ✅ Langfristig stabil zu bleiben (ohne ständige Rückfall-Angst)
Was ist ein Rückfall in die Essstörung?
Ein Rückfall in die Essstörung ist ein längerer Zeitraum (meist 2+ Wochen), in dem du wieder in deine alten Essstörungsgedanken, -gefühle und -verhaltensweisen zurück fällst.
Aber nicht jeder Rückfall sieht gleich aus.
Ein Rückfall kann bedeuten:
- Du zählst wieder Kalorien (nach Monaten ohne)
- Du wiegst dich täglich (obwohl du aufgehört hattest)
- Du lässt wieder Mahlzeiten aus
- Du machst exzessiv Sport
- Du erbrichst wieder
- Du hast wieder Fressattacken
- Du lügst über dein Essverhalten
- Du isolierst dich wieder
Die Schwere und Art eines Rückfalls hängen davon ab, in welcher Phase der Heilung du dich befindest und welche Verhaltensweisen während deiner Essstörung im Vordergrund standen.
Wichtig zu wissen: Die Heilung der Essstörung ist für jeden anders und meistens alles andere als ein gerader Weg. Die Heilungsreise ist holprig – mit vielen Höhen und Tiefen. Und viele Menschen erleben mindestens einen Rückfall.
Das ist normal. Das bedeutet nicht, dass du versagt hast.
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Ausrutscher vs. Rückfall: Der entscheidende Unterschied
Nicht jeder schlechte Tag ist ein Rückfall.
Es ist wichtig, den Unterschied zu kennen – denn dieser Unterschied bestimmt, wie du reagierst.
Ausrutscher = 1-3 Tage
Was passiert:
- Du hattest einen schlechten Tag
- Du hast dich gewogen (obwohl du es nicht mehr tust)
- Du hast eine Mahlzeit ausgelassen
- Du hattest Essstörungsgedanken
Was du tust:
- Du erkennst es
- Du sprichst mit jemandem
- Du gehst am nächsten Tag weiter
- Kein Drama. Du bist noch auf Track.
Beispiel aus meinem Leben:
Einmal, 2 Jahre in die Recovery, wog ich mich nach Monaten wieder. Die Zahl auf der Waage triggerte mich. Ich weinte. Ich wollte nichts essen.
Aber: Ich rief meine Freundin an. Ich sprach darüber. Am nächsten Tag aß ich wieder normal.
Das war ein Ausrutscher. Kein Rückfall.
Rückfall = 2+ Wochen
Was passiert:
- Du bist wieder in alten Mustern gefangen
- Du zählst wieder täglich Kalorien
- Du lässt regelmäßig Mahlzeiten aus
- Du lügst wieder über dein Essen
- Du isolierst dich
- Du kannst nicht mehr stoppen
Was du tust:
- Du brauchst professionelle Hilfe
- Du brauchst einen klaren Plan
- Du musst aktiv gegensteuern
- Das ist ernst. Aber nicht hoffnungslos.
Beispiel aus meinem Leben:
Mein dritter Rückfall dauerte 6 Wochen. Nach einem traumatischen Ereignis fiel ich komplett zurück in die Magersucht. Ich zählte wieder Kalorien. Ich aß unter 1.000 kcal/Tag. Ich log meine Familie an.
Das war ein Rückfall. Kein Ausrutscher.
Ich brauchte Hilfe. Ich suchte sie. Ich kam wieder raus.
Warum der Unterschied wichtig ist:
Bei einem Ausrutscher: Keine Panik. Weitermachen. Nicht dramatisieren.
Bei einem Rückfall: Ernst nehmen. Hilfe suchen. Aktiv handeln.
Die Gefahr: Einen Ausrutscher als Rückfall zu sehen („Ich bin gescheitert!“) und aufzugeben.
Oder: Einen Rückfall als Ausrutscher zu verharmlosen („Es ist nur ein schlechter Tag“) und nicht rechtzeitig zu handeln.
Kenne den Unterschied. Handle entsprechend.
Was löst einen Rückfall in die Essstörung aus?
Es gibt viele Situationen und Dinge, die einen Rückfall auslösen können.
Häufige Trigger:
1. Stress
- Prüfungen, Jobwechsel, Beziehungsprobleme
- Alles, was dich überwältigt
- Die Essstörung fühlt sich an wie „Kontrolle zurückgewinnen“
- Du siehst auf der Waage eine höhere Zahl
- Deine Kleidung passt anders
- Jemand kommentiert dein Gewicht
3. Soziale Trigger
- Zeit mit einer sehr dünnen Person verbringen
- Jemand in deinem Umfeld beginnt eine Diät
- Social Media (Instagram, TikTok) mit dünnen Influencern
4. Jahreszeiten/Events
- Sommer (Badeanzug-Saison)
- Weihnachten (viel Essen)
- Geburtstage, Hochzeiten (soziale Events mit Essen)
5. Rückkehr zum Sport
- Nach Pause wieder mit Sport anfangen
- Fitness-Apps installieren
- Übertreiben mit Training
6. Veränderungen
- Umzug
- Neuer Job
- Ende einer Beziehung
- Verlust eines geliebten Menschen
7. Körperliche Krankheit
- Grippe, Magen-Darm
- Appetitlosigkeit
- Die Essstörung nutzt das aus
Wichtig: Deine Trigger sind individuell. Was mich triggert, triggert dich vielleicht nicht – und umgekehrt.
Deshalb ist es so wichtig, DEINE Trigger zu kennen.
Warnzeichen eines Rückfalls in die Essstörung
Auf einen Trigger zu reagieren bedeutet nicht, dass du sofort einen Rückfall erleben wirst.
Es kann sein, dass du einige Tage mit Essstörungsgedanken, -gefühlen und -verhaltensweisen zu kämpfen hast – aber nach einigen Tagen kannst du wieder zur Heilung zurückkehren.
Aber: Wenn du länger als 1-2 Wochen damit kämpfst, achte auf diese Warnzeichen:
Verhalten:
- ❌ Du zählst wieder Kalorien
- ❌ Du wiegst dich täglich
- ❌ Du lässt Mahlzeiten aus
- ❌ Du machst mehr und mehr Sport
- ❌ Du schaust öfter in den Spiegel
- ❌ Du checkst ständig deinen Körper (Knochen, Oberschenkel, etc.)
- ❌ Du isolierst dich sozial
Gedanken:
- ❌ „Ich bin zu dick“
- ❌ „Ich muss abnehmen“
- ❌ „Ich habe zu viel gegessen“
- ❌ Ständige Gedanken an Essen, Gewicht, Körper
Gefühle:
- ❌ Schuld nach dem Essen
- ❌ Angst vor Gewichtszunahme
- ❌ Panik, wenn du nicht trainieren kannst
- ❌ Depression, Hoffnungslosigkeit
Soziales:
- ❌ Du lügst über dein Essverhalten
- ❌ Du vermeidest soziale Events mit Essen
- ❌ Du ziehst dich zurück
Das kritischste Zeichen:
Du brauchst das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben.
Wenn die Essstörung sich wieder wie „Kontrolle“ anfühlt – und du diese Kontrolle nicht loslassen kannst – bist du in einem Rückfall.
Handle jetzt.
Meine persönlichen Rückfälle: Was ich gelernt habe
Während meiner 10 Heilung von Magersucht hatte ich mehrer Rückfälle.
Jeder Rückfall war anders. Jeder hat mich etwas gelehrt.
Rückfall #1:
Trigger: Gewichtszunahme + Kommentar einer „Freundin“ („Du siehst gesünder aus!“)
Was passierte: Ich fiel 3 Wochen zurück in restriktives Essen. Unter 1.200 kcal/Tag. Tägliches Wiegen.
Wie ich rauskam: Meine Mutter erkannte es.Ich sprach offen darüber.
Was ich lernte: Früh darüber sprechen, stoppt den Rückfall schneller.
Rückfall #2:
Trigger: Umzug + finanzielle Angst
Was passierte: Ich suchte Kontrolle. Die Essstörung bot Kontrolle. 4 Wochen Rückfall.
Wie ich rauskam: Meine beste Freundin konfrontierte mich. Sie sagte: „Du bist wieder bei der Essstörung , oder?“ Ich brach zusammen. Wir sprachen. Sie half mir, einen Plan zu machen.
Was ich lernte: Echte Freunde erkennen Rückfälle – und halten dich accountable.
Rückfall #3:
Trigger: Unsicherheit über meine Zukunft
Was passierte: 2 Wochen restriktives Essen. Aber dieses Mal erkannte ich es früh.
Wie ich rauskam: Ich nutzte alle Strategien, die ich gelernt hatte. Ich stoppte den Rückfall nach 2 Wochen – statt Monaten.
Was ich lernte: Mit jeder Recovery wirst du stärker. Rückfälle werden kürzer. Du lernst, schneller rauszukommen.
5 bewährte Strategien, um einen Rückfall in die Essstörung zu vermeiden
Diese 5 Strategien haben mir geholfen, Rückfälle zu vermeiden – und sie haben schon sehr vielen Klienten von mir geholfen.
1. Hole dir Unterstützung
Jemanden an deiner Seite zu haben, der dich liebt, unterstützt und ermutigt, ist der wichtigste Bestandteil, um einen Rückfall zu vermeiden.
Warum das funktioniert:
Essstörungen gedeihen in Isolation. Wenn du alleine bist, kann die Essstörung dich manipulieren. „Niemand versteht dich. Niemand muss es wissen. Du kannst das alleine schaffen.“
Aber mit Unterstützung? Die Essstörung verliert ihre Macht.
Wie du Unterstützung findest:
Option A: Freunde/Familie
Finde 1-2 Menschen, denen du vertraust. Sage ihnen:
„Ich bin in Recovery von einer Essstörung. Ich brauche jemanden, der für mich da ist, wenn ich das Gefühl habe, zurückzufallen. Kann ich auf dich zukommen?“
Die meisten Menschen werden JA sagen.
Option B: Online-Community
Wenn du dich nicht wohl dabei fühlst, dass dein näheres Umfeld Bescheid weiß, suche Unterstützung online:
- Recovery-Foren
- Instagram Recovery-Community
- Facebook Gruppen
- Reddit
Manchmal kann schon der Austausch mit Gleichgesinnten dir die Kraft geben, weiterzumachen.
Option C: Professionelle Hilfe
Therapeuten, Coach, Beratungsstelle – jemand, der professionell ausgebildet ist, Rückfälle zu erkennen und zu stoppen.
Meine Erfahrung:
Bei meinem zweiten Rückfall war es meine beste Freundin, die mich rettete. Ich rief sie um 2 Uhr nachts an, weinend, bereit aufzugeben.
Sie sagte nur: „Ich komme vorbei.“
Sie kam. Wir redeten. Sie half mir. Ohne sie hätte ich vielleicht aufgegeben.
Hole dir Unterstützung. Du musst das nicht alleine durchstehen.
2. Schreibe deine Trigger auf
Du kannst Rückfälle nur vermeiden, wenn du weißt, was sie auslöst.
Warum das funktioniert:
Wenn du deine Trigger kennst, kannst du:
- Sie vermeiden (wenn möglich)
- Dich vorbereiten (wenn unvermeidbar)
- Früh handeln (wenn sie auftreten)
Wie du es machst:
Schritt 1: Brainstorming
Nimm ein Blatt Papier. Schreibe ALLE Situationen auf, die dich in der Vergangenheit getriggert haben oder aktuell triggern könnten:
- Situationen (Urlaub, Weihnachten, Geburtstage)
- Menschen (dünne Freundin, diät-fixierte Kollegin)
- Gefühle (Stress, Einsamkeit, Angst)
- Events (Gewichtszunahme, Kommentare über deinen Körper)
- Orte (Fitnessstudio, bestimmte Restaurants)
- Medien (Instagram, Diät-Werbung)
Schritt 2: Kategorisieren
Teile deine Trigger in 3 Kategorien:
- Vermeidbar (z.B. Instagram-Accounts entfolgen)
- Unvermeidbar (z.B. Weihnachten)
- Unvorhersehbar (z.B. unerwartete Kommentare)
Schritt 3: Plan machen
Für jeden Trigger: Was ist dein Plan?
Beispiel:
Trigger: Instagram mit dünnen Influencern
Kategorie: Vermeidbar
Plan: Entfolgen. Recovery-Accounts folgen stattdessen.
Trigger: Weihnachten (viel Essen, Familienkommentare)
Kategorie: Unvermeidbar
Plan:
- Vorher mit Therapeut sprechen
- Freundin vorwarnen („Ich brauche vielleicht deine Hilfe“)
- Exit-Strategie haben (Spaziergang, wenn es zu viel wird)
- Nicht hungrig ankommen
Trigger: Unerwarteter Kommentar über mein Gewicht
Kategorie: Unvorhersehbar
Plan:
- Vorbereiten: „Danke, aber ich spreche nicht über mein Gewicht.“
- Atmen. Nicht reagieren. Weggehen wenn nötig.
- Später mit Freundin/Therapeut besprechen
Meine Erfahrung:
Als ich meine Trigger aufschrieb, sah ich Muster. Ich wurde IMMER im Sommer getriggert (Badeanzug-Saison). Also plante ich vorher: Ich kaufte einen Badeanzug, in dem ich mich wohl fühlte. Ich ging mit unterstützenden Freunden an den Strand. Ich vermied Strand-Situationen, die mich triggerten (z.B. mit sehr dünnen Menschen).
Es funktionierte. Kein Rückfall im Sommer.
Das Aufschreiben deiner Trigger gibt dir Kontrolle zurück – echte Kontrolle, nicht Essstörungs-Kontrolle.
3. Überlege dir gesunde Bewältigungsstrategien
Trigger zu kennen reicht nicht. Du brauchst einen Plan, wie du mit ihnen umgehst.
Warum das funktioniert:
Wenn du getriggert wirst, brauchst du SOFORT eine Alternative zur Essstörung.
Ohne Alternative? Du fällst zurück in alte Muster.
Mit Alternative? Du wählst einen gesunden Weg.
Wie du gesunde Bewältigungsstrategien entwickelst:
Schritt 1: Liste machen
Schreibe 10-15 gesunde Dinge auf, die du tun kannst, wenn du getriggert wirst:
Beispiele:
- Journal schreiben
- Freundin anrufen
- Spaziergang in der Natur
- Meditation (10 Min)
- Musik hören
- Malen, zeichnen
- Duschen
- Affirmationen sprechen
- YouTube Video schauen (Ablenkung)
- Haustier streicheln
- Tee trinken
- Lesen
Schritt 2: Testen
Probiere alle aus. Was funktioniert? Was fühlt sich gut an?
Manche Strategien funktionieren für manche Menschen – nicht für andere.
Schritt 3: Priorisieren
Wähle deine Top 3-5 Strategien. Das sind deine „Go-To“ Strategien.
Schritt 4: Üben!
Übe sie BEVOR du getriggert wirst.
Warum? Weil du im Moment des Triggers nicht klar denken kannst. Du brauchst Automatismus.
Meine Top 5 Bewältigungsstrategien:
- Journal schreiben (15 Min, ungefiltert alles rausschreiben)
- Meine beste Freundin anrufen (sie weiß Bescheid)
- Spaziergang in der Natur (30 Min)
- Affirmationen („Die Essstörung lügt. Ich bin stark. Ich kann das.“)
- Ablenkung (YouTube, Netflix, Lesen)
Diese 5 haben mir durch meine Recovery geholfen.
Finde deine. Übe sie. Nutze sie.
4. Beseitige negative Einflüsse aus deinem Leben
Du kannst nicht in Recovery sein, wenn du von Triggern umgeben bist.
Warum das funktioniert:
Dein Umfeld formt dich. Wenn dein Umfeld toxisch ist, ist Recovery extrem schwer.
Was sind negative Einflüsse?
Menschen:
- Freunde/Familie, die Diäten machen
- Menschen, die über Gewicht/Kalorien sprechen
- Menschen, die dich kritisieren
- Menschen, die deine Recovery nicht unterstützen
Medien:
- Instagram/TikTok Accounts mit dünnen Influencern
- Diät-Werbung
- Fitness-Kultur („No pain, no gain“)
- Pro-Ana/Pro-Mia Content
Orte:
- Fitnessstudio (wenn es dich triggert)
- Bestimmte Restaurants (wenn sie Kalorien anzeigen)
- Waagen (in deinem Haus, im Fitnessstudio)
Apps:
- Kalorienzähl-Apps
- Fitness-Tracker
- Waagen-Apps
Meine Erfahrung:
Ich warf meine Waage weg.
Das war die beste Entscheidung meiner Recovery.
Dein Umfeld ist entweder Teil deiner Recovery – oder Teil deiner Essstörung.
Wähle weise.
5. Erinnere dich, wie viel du schon erreicht hast (und bleibe positiv)
Rückfälle passieren oft, wenn du vergisst, wie weit du schon gekommen bist.
Warum das passiert:
Recovery ist lang. Manchmal fühlst du dich, als würdest du nicht vorankommen.
Aber: Du BIST vorangekommen. Du siehst es nur nicht.
Wenn du dich an deine Fortschritte erinnerst, bleibst du motiviert. Und Motivation verhindert Rückfälle.
Wie du deine Fortschritte siehst:
Schritt 1: Victory List
Schreibe eine Liste mit ALLEN Siegen, die du während deiner Recovery erzielt hast – egal wie klein.
Beispiele:
- ✅ Ich habe 1 Woche lang nicht Kalorien gezählt
- ✅ Ich habe mich 1 Monat nicht gewogen
- ✅ Ich habe ein Dessert gegessen (ohne Schuld)
- ✅ Ich bin zu einem Social Event mit Essen gegangen
- ✅ Ich habe „Nein“ zu exzessivem Sport gesagt
- ✅ Ich habe über meine Essstörung gesprochen
- ✅ Ich habe einen Trigger erkannt (und nicht nachgegeben)
- ✅ Ich habe einen Ausrutscher gestoppt (bevor er zum Rückfall wurde)
Schritt 2: Regelmäßig lesen
Lies diese Liste:
- Einmal pro Woche (als Erinnerung)
- Immer wenn du dich getriggert fühlst
- Immer wenn du denkst „Ich schaffe das nicht“
Schritt 3: Aktualisieren
Füge neue Siege hinzu! Jede Woche. Jeder Monat.
Deine Liste wird länger. Deine Fortschritte werden sichtbar.
Meine Victory List (Auszug):
- ✅ 6 Monate ohne Waage
- ✅ 1 Jahr ohne Kalorienzählen
- ✅ Ich habe meinem Körper vertraut (Hunger/Sättigung)
- ✅ Ich habe soziale Events nicht mehr vermieden
- ✅ Ich habe 3 Rückfälle überlebt (und bin stärker geworden)
- ✅ Ich habe meine Essstörung nicht aufgegeben
Diese Liste hat mich durch schwierige Zeiten getragen.
Denke daran: Du bist nicht bei Tag 1. Du bist bei Tag [X]. Jeder Tag zählt.
Bleibe positiv. Feiere deine Siege. Du hast SO VIEL erreicht.
Was tun, wenn der Rückfall in die Essstörung schon passiert ist?
Manchmal passiert ein Rückfall trotz aller Strategien.
Das bedeutet nicht, dass du versagt hast.
Was du jetzt tun solltest:
1. Erkenne es an
„Ich bin in einem Rückfall.“
Das laut auszusprechen ist schwer. Aber notwendig.
2. Keine Panik
Ein Rückfall ist NICHT das Ende.
30-50% aller Menschen in Recovery erleben einen Rückfall.
Du kannst da rauskommen.
3. Sprich mit jemandem – SOFORT
- Therapeut
- Coach
- Freundin
- Hotline
Isolation macht Rückfälle schlimmer.
4. Hole dir professionelle Hilfe
Wenn der Rückfall länger als 2 Wochen dauert – suche professionelle Hilfe.
Wann du SOFORT Hilfe suchen solltest:
- ❌ Dein Gewicht ist gefährlich niedrig
- ❌ Du hast Suizidgedanken
- ❌ Du kannst nicht alleine essen
- ❌ Du fühlst dich völlig hoffnungslos
Handle. Jetzt.
Ein Rückfall bedeutet nicht:
- Dass du schwach bist
- Dass du versagt hast
- Dass du nie heilen wirst
Ein Rückfall bedeutet:
- Du bist menschlich
- Recovery ist schwer
- Du kannst weitermachen
Vergib dir. Steh auf. Mach weiter.
FAQs zu Rückfällen in die Essstörung
Ist ein Rückfall das Ende meiner Heilung?
Nein! Ein Rückfall bedeutet NICHT, dass du versagt hast oder dass Heilung unmöglich ist.
Tatsächlich erleben 30-50% aller Menschen in Essstörung-Recovery mindestens einen Rückfall. Das ist NORMAL.
Was einen Rückfall vom Ende unterscheidet: Du stehst wieder auf. Du machst weiter. Das ist Stärke, kein Versagen.
Ich hatte mehrere Rückfälle während meiner Heilung. Heute bin ich vollständig geheilt. Rückfälle waren Teil meines Weges – nicht das Ende.
Wie viele Rückfälle sind normal?
Es gibt keine „normale“ Anzahl. Manche Menschen haben keinen Rückfall, andere haben 3-5.
Statistik:
- 30-50% haben mindestens 1 Rückfall
- 20-30% haben 2-3 Rückfälle
- 10% haben 4+ Rückfälle
Was wichtig ist: Nicht die Anzahl der Rückfälle, sondern dass du nach jedem Rückfall weitermachst.
Wie lange dauert ein Rückfall in die Essstörung?
Das ist sehr individuell.
Durchschnitt:
- Kurzer Rückfall: 2-4 Wochen
- Mittlerer Rückfall: 1-3 Monate
- Langer Rückfall: 6+ Monate
Was die Dauer beeinflusst:
- Wie früh du ihn erkennst
- Ob du Hilfe suchst
- Wie stark dein Unterstützungssystem ist
- Welche Bewältigungsstrategien du hast
Je früher du handelst, desto kürzer der Rückfall.
Wann sollte ich professionelle Hilfe suchen?
Suche SOFORT professionelle Hilfe, wenn:
- ❌ Der Rückfall länger als 2-3 Wochen dauert
- ❌ Du Suizidgedanken hast
- ❌ Dein Gewicht gefährlich niedrig ist
- ❌ Du nicht alleine essen kannst
- ❌ Du dich völlig hoffnungslos fühlst
- ❌ Du körperliche Symptome hast (Schwindel, Ohnmacht, Herzrasen)
- ❌ Du nicht alleine rauskommst
Professionelle Hilfe ist keine Schwäche – sie ist Stärke.
Kann ich Rückfälle komplett vermeiden?
Ehrliche Antwort: Vielleicht. Vielleicht nicht.
Manche Menschen haben Glück und erleben keinen Rückfall. Andere (wie ich) haben mehrere.
Was du tun kannst: Dein Rückfall-Risiko MINIMIEREN durch:
✅ Trigger kennen
✅ Bewältigungsstrategien haben
✅ Unterstützungssystem aufbauen
✅ Frühe Warnzeichen erkennen
✅ Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Aber: Selbst wenn ein Rückfall passiert – du kannst damit umgehen. Du kannst rauskommen. Du kannst weitermachen.
Rückfälle sind Teil der Recovery. Nicht das Ende.
Was ist der Unterschied zwischen einem Ausrutscher und einem Rückfall?
Ausrutscher = 1-3 Tage
- Ein schlechter Tag
- Kurzes Essstörungsverhalten
- Du kannst schnell zurück auf Track
Rückfall = 2+ Wochen
- Längerer Zeitraum
- Zurück in alte Muster
- Du brauchst Hilfe, um rauszukommen
Der Unterschied ist wichtig:
Einen Ausrutscher als Rückfall zu sehen führt zu Panik und Aufgeben.
Einen Rückfall als Ausrutscher zu verharmlosen führt dazu, dass du zu spät handelst.
Kenne den Unterschied. Handle entsprechend.
Brauchst du Unterstützung bei der Rückfall-Prävention?
Rückfälle zu vermeiden ist schwer – besonders alleine.
Als Psychologin M.Sc. und geheilte Ex-Magersüchtige (mit eigenen Rückfällen) helfe ich dir:
- ✅ Deine Trigger zu erkennen (bevor der Rückfall passiert)
- ✅ Gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln (die wirklich funktionieren – aus eigener Erfahrung)
- ✅ Frühe Warnzeichen zu stoppen (bevor es zu spät ist)
- ✅ Aus Rückfällen rauszukommen (wenn sie schon passiert sind)
- ✅ Langfristig stabil zu bleiben (ohne ständige Rückfall-Angst)
In meinem Essstörung Coaching begleite ich dich durch alle Phasen – auch durch die schwierigen.
Ich kenne Rückfälle. Ich hatte sie. Ich weiß, wie man rauskommt.
Behalte im Hinterkopf: Ein Rückfall in die Essstörung ist ein normaler Bestandteil im Heilungsprozess und bedeutet nicht, dass du versagt hast. Ein Rückfall ist nichts, wofür du dich schämen musst.
Mit dem richtigen Ansatz, der richtigen Einstellung und den richtigen Strategien kannst du Rückfälle vermeiden – und deine Essstörung weiter heilen.
Die Heilung ist möglich. Ich habe es geschafft. Andere haben es geschafft. So kannst du es auch schaffen.
Schließe dich jetzt der Body Acceptance & Food Freedom Gemeinschaft an
Erhalte jede Woche Inspirationen, die dir dabei helfen Frieden mit dem Essen und deinem Körper zu schließen.
Keine Sorge, wir mögen auch kein Spam. Du kannst den Newsletter jederzeit abbestellen.
Das könnte dich auch interessieren...
Hallo!
Ich heiße Tanja.
Ich bin Psychologin für Essstörungen, Körperhass und Selbstablehnung.
Ich bin auch
eine Magersuchtsüberlebende.
Meine Mission ist es, dir zu helfen, deinen Kampf mit dem Essen und deinem Körper zu beenden und dich zu inspirieren, deinen wahren Wert zu entdecken. Weiterlesen…