Set Point Weight: Warum dein Körper ein natürliches Gewicht hat (und warum Diäten dagegen kämpfen)

Warum dein Körper ein natürliches Gewicht hat (und warum Diäten dagegen kämpfen)

Von Tanja, M.Sc & B.Sc. Psychologin (King's College London), MBPsS, Spezialistin für Essstörungen & Körperbild & Magersucht-Überlebende| 10+ Jahre Erfahrung

set point weight
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📌 Schnellantwort: Was ist Set Point Weight?

Set Point Weight ist das biologisch programmierte Gewicht, das dein Körper durch Hormone, Stoffwechsel und Genetik verteidigt.

Dein Körper hat einen Gewichtsbereich (nicht eine Zahl), in dem er optimal funktioniert

60-80% wird durch Genetik bestimmt

Diäten können deinen Set Point erhöhen (nicht senken!)

Du kannst mit deinem Set Point Frieden schließen, auch wenn du ihn nicht „magst“

Inhaltsverzeichnis

Ich war noch keine 12 Jahre, als ich meine erste Diät startete.

Nicht weil ich „übergewichtig“ war. Sondern weil ich dachte: „5 Kilo weniger und dann bin ich glücklich.“

Ich zählte Kalorien. 1,200 pro Tag. „Das ist gesund,“ stand in einem Diätbuch.

Die ersten zwei Wochen? Ich fühlte mich stark. Kontrolliert. Besser.

Dann begann mein Körper zurückzuschlagen.

Ich war ständig hungrig. Nicht nur körperlich – mental. Gedanken kreisten obsessiv ums Essen. Ich träumte von Pasta. Ich sah überall Essen. Ich hielt durch.

„Willenskraft,“ sagte ich mir.

Nach drei Monaten hatte ich abgenommen. Ich war dünner als je zuvor.

Und ich konnte nicht mehr aufhören.

Was als „gesunde Diät“ begann, wurde zu einer Magersucht. Kein Jo-Jo-Effekt. Keine „Rückfälle.“ Nur ein gerader Fall nach unten.

10 Jahre. 10 Jahre, in denen Essen und Gewicht mein ganzes Leben kontrollierten.

alt="about tanja"

Hallo!

Ich heiße Tanja.
Ich bin Psychologin für Essstörungen, Körperhass und Selbstablehnung.
Ich bin auch eine Magersuchtsüberlebende.

Meine Mission ist es, dir zu helfen, deinen Kampf mit dem Essen und deinem Körper zu beenden und dich zu inspirieren, deinen wahren Wert zu entdecken.  Weiterlesen… 

Heute – mehr als 10 Jahre nach meiner Heilung – verstehe ich, was damals passiert ist.

Mein Körper hatte ein natürliches Gewicht. Einen Set Point. Und als ich versuchte, darunter zu gehen, aktivierte sich ein biologisches Alarmsystem.

Hunger. Obsession. Überlebensmodus.

Ich bin Tanja. Psychologin (M.Sc.) für Essstörungen und Körperbild. Und jemand die selbst dort war.

Dieser Artikel ist nicht nur Theorie. Es ist gelebte Erfahrung plus wissenschaftliches Verständnis.

Lass mich dir erklären, was Set Point Weight ist. Und warum dein Körper sein natürliches Gewicht verteidigt – egal was du tust.

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Was ist Set Point Weight? (Die einfache Erklärung)

Stell dir vor, dein Körper ist wie ein Thermostat.

Wenn es zu kalt wird, heizt der Thermostat. Wenn es zu warm wird, kühlt er.

Dein Körpergewicht funktioniert ähnlich.

Set Point Weight ist das Gewicht (oder genauer: der Gewichtsbereich), das dein Körper als „richtig“ ansieht. Das Gewicht, bei dem deine Hormone, dein Stoffwechsel, und alle biologischen Systeme optimal funktionieren.

Wenn du unter diesem Gewicht bist – durch Diät oder Essstörung – kämpft dein Körper zurück:

  • Stoffwechsel verlangsamt sich (du verbrennst weniger Kalorien)
  • Hunger-Hormone steigen massiv (Ghrelin ↑)
  • Sättigungs-Hormone sinken (Leptin ↓)
  • Dein Gehirn wird obsessiv mit Essen
  • Du frierst ständig, bist müde, denkst langsamer

Wenn du über diesem Gewicht bist – aus welchen Gründen auch immer – passiert das Gegenteil:

  • Stoffwechsel beschleunigt sich leicht
  • Hunger sinkt
  • Sättigung kommt schneller

Dein Körper versucht dich immer zurück zu deinem Set Point zu bringen.
Das ist nicht „fehlende Willenskraft.“ Das ist Biologie.

Wichtig: Es ist ein Bereich, keine Zahl

Dein Set Point ist nicht „65.3 kg.“

Es ist ein Bereich. Vielleicht 63-68 kg. Vielleicht 70-76 kg.

Innerhalb dieses Bereichs kann dein Gewicht natürlich schwanken – durch Hydration, Hormone, Verdauung, Stress.

Aber wenn du versuchst, langfristig außerhalb dieses Bereichs zu bleiben? Kämpft dein Körper.

Warum hat dein Körper einen Set Point? (Evolution erklärt es)

Das klingt frustrierend. „Warum lässt mein Körper mich nicht einfach dünn sein?“

Die Antwort liegt in unserer Evolution.

Für 99.9% der Menschheitsgeschichte: Hunger war die Bedrohung

Vor 10,000 Jahren gab es keine Supermärkte. Keine Kühlschränke. Keine garantierte nächste Mahlzeit.

Hunger – echte Nahrungsknappheit – war die größte Bedrohung für das Überleben.

Menschen die effizient Energie speicherten (Körperfett) überlebten Hungersnöte. Menschen die das nicht konnten, starben.

Über Millionen von Jahren hat Evolution unseren Körper darauf programmiert:

  • Energie zu speichern wenn verfügbar (Fett anlegen)
  • Energie zu sparen wenn knapp (Stoffwechsel runterfahren)
  • Zurückzukehren zu einem „sicheren“ Gewicht (Set Point)

Das ist keine „Fehlfunktion.“ Das ist ein Feature.

Der Unterschied heute: Essen ist überall

Heute – in den letzten 50-100 Jahren – hat sich alles geändert.

Essen ist überall. Billig. Energiereich. Verfügbar 24/7.

Aber unser Körper? Hat sich nicht geändert.

Dein Körper denkt immer noch: „Ich muss mich vor Hunger schützen.“

Wenn du eine Diät machst – auch eine “ so genannte gesunde“ mit 1,500 Kalorien – denkt dein Körper: „Notfall! Hungernot!“

Er kann nicht unterscheiden zwischen Diät und echter Nahrungsknappheit.

Für ihn ist beides: Bedrohung.

Wie dein Körper sein Gewicht verteidigt (Die Biologie dahinter)

Als Psychologin habe ich gelernt: Verstehen hilft. 

Wenn du weißt warum dein Körper so reagiert, fühlt es sich weniger wie ein persönliches Versagen an.

Lass mich dir die biologischen Mechanismen erklären.

1. Leptin: Das "Ich bin satt"-Hormon

Leptin wird von deinen Fettzellen produziert. Je mehr Fett du hast, desto mehr Leptin.

Leptin sagt deinem Gehirn: „Genug Energie gespeichert. Du kannst aufhören zu essen.“

Was passiert bei einer Diät:

  • Du verlierst Fett
  • Weniger Fett = weniger Leptin
  • Dein Gehirn denkt: „Oh nein! Verhungern!“
  • Hunger steigt massiv
  • Stoffwechsel verlangsamt sich

Das ist der biologische Grund, warum Diäten so schwer durchzuhalten sind.

Nicht Willenskraft. Hormone.

2. Ghrelin: Das "Ich bin hungrig"-Hormon

Ghrelin wird im Magen produziert. Es steigt vor Mahlzeiten und sagt deinem Gehirn: „Zeit zu essen!“

Was passiert bei einer Diät:

  • Chronische Kalorienrestriktion = Ghrelin steigt DAUERHAFT
  • Dein Körper denkt du verhungerst
  • Hunger wird überwältigend

Studien zeigen: Ghrelin bleibt für Monate bis Jahre erhöht nach einer Diät.

Das ist der Grund für „Rückfälle.“ Nicht fehlende Disziplin. Biologie.

3. Stoffwechsel-Anpassung (Adaptive Thermogenese)

Dein Körper ist intelligent. Wenn weniger Energie reinkommt, spart er Energie.

Wie:

  • Grundumsatz sinkt (du verbrennst weniger Kalorien im Ruhezustand)
  • NEAT sinkt (Non-Exercise Activity Thermogenesis – du bewegst dich unbewusst weniger)
  • Körpertemperatur sinkt leicht (du frierst mehr)
  • Schilddrüsenhormone sinken (alles wird langsamer)

Das nennt man Adaptive Thermogenese – dein Körper passt sich an die Kalorienrestriktion an.

Studien zeigen: Menschen die etwa 10% Körpergewicht verloren haben, verbrennen rund 100 Kalorien weniger pro Tag als Menschen mit dem gleichen Gewicht, die nie Diät gemacht haben. Bei extremerer Gewichtsabnahme kann dieser Effekt auf 250-400 Kalorien oder mehr steigen.

Das bedeutet ihr Stoffwechsel ist verlangsamt.

4. Dein Gehirn verändert sich

Neuroimaging-Studien (fMRI) zeigen: Bei Menschen die Diät machen, verändert sich die Gehirnaktivität.

Was passiert:

  • Das Belohnungszentrum (Nucleus Accumbens) reagiert STÄRKER auf Essen-Bilder
  • Die präfrontale Kontrolle (Impulskontrolle) wird SCHWÄCHER
  • Gedanken kreisen obsessiv um Essen

Das ist nicht psychologisch. Das ist neurologisch.

Dein Gehirn wird umprogrammiert: „FINDE ESSEN. ÜBERLEBE.“

Das berühmte Minnesota Starvation Experiment (Der Beweis)

1944. Zweiter Weltkrieg. Dr. Ancel Keys wollte verstehen: Was passiert bei Hunger?

Er nahm 36 gesunde, psychisch stabile Männer. Ernährte sie 6 Monate mit 1,570 Kalorien pro Tag.

Das ist was viele „gesunde Diäten“ empfehlen.

Die Ergebnisse waren erschreckend:

Körperlich:

  • Stoffwechsel sank um 40%
  • Ständiges Frieren
  • Haarausfall, brüchige Nägel
  • Schwindel, Schwäche
  • Herzrate sank (Körper spart Energie)

Psychologisch:

  • Obsessive Gedanken über Essen (den ganzen Tag!)
  •  Depression, Angst, Reizbarkeit
  • Sozialer Rückzug („Warum mit Freunden treffen wenn es ums Essen geht?“)
  • Verlust von Libido (Sex-Trieb komplett weg)
  • Einer trennte sich während der Rehabilitation-Phase drei Finger mit einer Axt ab – er war sich später nicht sicher, ob absichtlich oder aus Unfall, sagte aber: „Ich war zu dem Zeitpunkt völlig durcheinander.“

Nach dem Experiment – Refeeding Phase:

  • Extreme Essanfälle (Extremhunger)
  • Gewichtszunahme ÜBER das Ausgangsgewicht (Overshoot)
  • Manche brauchten JAHRE um zu „normalisieren“

Und das waren gesunde Männer. Mit nur 6 Monaten Restriktion.

Stell dir vor, was chronische Diäten (über Jahre!) mit deinem Körper machen.

Als ich das Jahre später las – während ich heilte- weinte ich.

Alles was ich 10 Jahre lang erlebt hatte: Die Obsession. Die Kälte. Die Depression. Die Gedanken.

Es war nicht „ich.“ Es war Biologie.

Mein Wendepunkt kam nicht plötzlich. Es waren verschiedene Erlebnisse, die sich häuften.

Ich war müde. So unendlich müde vom Kampf gegen meinen Körper. Vom Kontrollieren. Vom Zählen. Vom ständigen Krieg.

Ich wollte ein Leben. Nicht nur Überleben. Ich sah Freunde die reisten, liebten, lebten. Und ich? Ich existierte.

Dann der Besuch bei einem Herzspezialisten. Mein Herz. Meine Gesundheit. Die Realität, dass ich meinen Körper kaputt machte.

Das war der Moment, an dem ich verstand: „Ich muss etwas ändern. Oder ich sterbe.“

Und ich schaffte es. Heute – mehr als 10 Jahre später – bin ich frei.

💙 Wenn du gerade in oder nach einer Essstörung bist und mit Set Point kämpfst.

Ich weiß wie überwältigend das sein kann.

Die Angst vor Gewichtszunahme. Die Panik, dass es „nie aufhört.“ Der Gedanke „wenn ich loslasse, werde ich unendlich zunehmen.“

Als Psychologin (M.Sc.) und jemand die selbst 10 Jahre mit Magersucht gelebt hat – und vollständig geheilt ist – arbeite ich mit Menschen in genau dieser Phase.

Im Coaching helfe ich dir:

  • Die biologischen Prozesse zu verstehen (Wissen nimmt Angst!)
  • Mit der Panik umzugehen (Kognitiv + emotional)
  • Deinen Set Point zu akzeptieren (auch wenn du ihn nicht „magst“)
  • Frieden mit Gewichtszunahme zu schließen (der härteste Teil)
  • Vertrauen in deinen Körper aufzubauen (Schritt für Schritt)

Kontaktiere mich für ein kostenloses Erstgespräch. 💙

Set Point nach Essstörung: Was in Recovery passiert

Hier wird es kompliziert. Und oft schmerzhaft.

Als Psychologin arbeite ich hauptsächlich mit Menschen in oder nach Recovery. Und das Set Point-Thema? Das ist der Punkt wo die meisten stecken bleiben.

Dein Set Point ist wahrscheinlich höher als vor der Essstörung.

Das ist die Wahrheit die niemand hören will.

Warum:

1. Dein Körper hat "gelernt" sich zu schützen

Stell dir vor: Dein Körper hat Hunger erlebt. Extreme Restriktion. Nahrungsknappheit.

Aus evolutionärer Sicht? Das war lebensbedrohlich.

Dein Körper merkt sich das. Und beim nächsten Mal? Schützt er sich stärker.

Das nennt man Set Point Defense – dein Körper erhöht seinen Set Point um sich vor zukünftigen „Hungersnöten“ zu schützen.

Mehr Tipps für deine Recovery? Abonniere meinen Newsletter! 💙

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2. Stoffwechsel-Schaden

Chronische Restriktion (Diät oder Essstörung) kann deinen Stoffwechsel langfristig verändern.

Studien zeigen: Menschen die jahrelang Diät gemacht haben, haben einen niedrigeren Grundumsatz – auch nach vollständiger Gewichtswiederherstellung.

Das bedeutet: Dein Körper braucht weniger Kalorien für das gleiche Gewicht wie jemand, der nie Diät gemacht hat.

Ergebnis: Höherer Set Point.

3. Hormonelle Veränderungen

Leptin-Sensitivität kann sich verändern. Schilddrüse kann sich verändern. Cortisol (Stress-Hormon) kann chronisch erhöht sein.

Das alles beeinflusst deinen Set Point.

Kann man seinen Set Point ändern? (Die unbequeme Wahrheit)

Das ist die Frage die jeder stellt.

„OK, ich verstehe Set Point. Aber kann ich ihn nicht einfach… senken?“

Lass mich ehrlich sein.

Was die Forschung sagt:

Kurzfristig (weniger als 5 Jahre): Wahrscheinlich nicht.

Dein Set Point ist durch Genetik (60-80%), Hormone, und deine Diät-/Essstörungs-Geschichte bestimmt.
Diäten senken deinen Set Point nicht. Sie erhöhen ihn oft.

Langfristig (10+ Jahre): Vielleicht ein bisschen.

Es gibt Hinweise dass sich der Set Point sehr langsam anpassen kann – über Jahre oder Jahrzehnte.
Aber nicht durch Zwang. Nicht durch Kontrolle.

Durch:

  • Konsistent intuitives Essen (kein Restriktion/Binge-Cycle)
  • Stressmanagement (chronischer Stress erhöht Set Point)
  • Ausreichend Schlaf (Schlafmangel erhöht Set Point)
  •  Bewegung aus Freude (nicht aus Zwang)

Und selbst dann: Vielleicht 2-5 kg Unterschied. Nicht 20 kg.

Was NICHT funktioniert:

Diäten → Erhöhen Set Point langfristig

Extremes Training → Körper kompensiert (mehr Hunger, weniger NEAT)

Intermittent Fasting → Für manche OK, für viele = Restriktion = erhöhter Set Point

„Metabolismus ankurbeln“ → Nahrungsergänzungsmittel, Tees, Tricks → funktionieren nicht langfristig

Willenskraft→ Du kannst nicht langfristig gegen Biologie kämpfen

Die Wahrheit die niemand hören will:

Du kannst deinen Set Point wahrscheinlich nicht signifikant ändern.

Ich sage das nicht, um gemein zu sein. Ich sage das weil ich Jahre verschwendet habe mit dem Versuch.

Und die Forschung ist klar: 95% aller Menschen, die intentional Gewicht verlieren, nehmen es innerhalb von 5 Jahren wieder zu.

Nicht weil sie „versagen.“ Sondern wegen der Biologie.

Gesundheit bei jedem Gewicht: HAES erklärt

„Aber mein Arzt sagt mein Gewicht ist ungesund!“

Das höre ich oft. Lass uns darüber sprechen.

Was ist HAES?

Health At Every Size – ein evidenz-basierter Ansatz der sagt:

  • Gesundheit ist nicht nur Gewicht
  • Man kann gesund sein in verschiedenen Körpergrößen
  • Gewichtsfokus in Medizin schadet oft mehr als hilft

HAES bedeutet NICHT: „Jedes Gewicht ist gesund.“

HAES bedeutet: „Gesundheit ist multifaktoriell. Gewicht ist ein Faktor von vielen.“

Wichtigere Gesundheitsmarker als Gewicht:

  • Blutdruck (Hypertension = Risikofaktor)
  • Blutzucker (Diabetes = Risikofaktor)
  • Cholesterin (Herz-Gesundheit)
  • Mobilität (Kannst du dich bewegen wie du willst?)
  • Mentale Gesundheit (Depression, Angst erhöht Krankheitsrisiko massiv!)
  • Schlaf (Schlafqualität korreliert stark mit Gesundheit)
  • Soziale Verbindungen (Einsamkeit ist so schädlich wie Rauchen!)

Es geht um Verhalten, nicht Gewicht.

Der Fat Bias in der Medizin

Forschung zeigt: Ärzte haben systematischen Bias gegen Menschen in größeren Körpern.

Das bedeutet:

  • Symptome werden auf Gewicht geschoben statt untersucht
  • Menschen bekommen schlechtere medizinische Versorgung
  •  „Einfach abnehmen“ ist die Standard-Empfehlung (die nicht funktioniert!)

Als Psychologin sage ich: Du hast das Recht auf respektvolle medizinische Behandlung – unabhängig von deinem Gewicht.

Wenn möglich: Suche HAES-informed Ärzte. Sie behandeln Gesundheit ohne Gewichtsfokus.

Wie ich Frieden mit meinem Set Point gefunden habe

Das war kein linearer Prozess. Es gab Fortschritte und Rückschritte.

Aber hier sind die Dinge die am meisten geholfen haben:

1. Verstehen dass es Biologie ist (nicht Versagen)

Als ich die Forschung verstand – Leptin, Ghrelin, Minnesota Experiment – fühlte ich mich… befreit.

Es war nicht meine Schuld. Es war nicht „fehlende Willenskraft.“ Mein Körper macht genau das, wozu er designed wurde: Mich schützen.

Das Wissen hat meine Perspektive komplett verschoben.

2. Von „Was wiege ich?“ zu „Wie fühle ich mich?“

Ich habe meine Waage 2012 weggeworfen.

Stattdessen frage ich:

  • Habe ich Energie?
  • Schlafe ich gut?
  • Kann ich die Dinge tun, die ich tun will?
  • Bin ich mental stabil?

Mein Gewicht hat sich nicht geändert. Aber meine Beziehung zu meinem Körper hat sich fundamental verändert.

3. Gesundheit unabhängig von Gewicht

Ich bewege mich – aus Freude, nicht Zwang. Ich esse intuitiv – keine Regeln, keine Verbote. Ich schlafe genug. Ich manage Stress.

Ich kümmere mich um meine Gesundheit. Und mein Gewicht? Ist, wo es ist.

Das ist radikale Akzeptanz. Nicht Resignation – Akzeptanz.

4. Body Neutrality statt Body Positivity

Ich sage nicht „Ich liebe meinen Körper!“

Ich sage: „Mein Körper ist mein Körper. Er ist wie er ist. Das ist OK.“

Neutralität. Nicht Liebe, nicht Hass.

Das ist erreichbar. Das ist nachhaltig.

FAQs zu Set Point Weight in der Heilung

1. Wie finde ich meinen Set Point Gewicht heraus?

Kurze Antwort: Du kannst es nicht exakt wissen – aber dein Körper zeigt es dir.

Lange Antwort:

Dein Set Point ist das Gewicht bei dem:

  • Dein Gewicht stabil bleibt (für 6-12+ Monate) ohne Kontrolle/Zwang
  • Du intuitiv isst (Hunger/Sättigung folgend) ohne Restriktion
  • Du dich bewegst aus Freude (nicht aus Zwang)
  • Deine Periode regelmäßig ist (für Frauen)
  • Du mentale Klarheit hast, gut schläfst, Energie hast
  • Du NICHT obsessiv über Essen/Körper nachdenkst

Wenn du aktiv kontrollierst, Kalorien zählst, Essen restriktierst – bist du wahrscheinlich unter deinem Set Point Gewicht.

Wenn du regelmäßig Essattacken hast, emotional isst, dich gestresst fühlst – könnte dein Körper immer noch im „Post-Restriktion-Modus“ sein (auch wenn du jetzt nicht mehr aktiv Diät machst).

2. Warum ist mein Set Point Gewicht höher als vor meiner Essstörung?

Das ist normal und häufig.

Gründe:

  • Dein Körper hat gelernt sich zu schützen (Set Point Defense)
  • Stoffwechsel-Veränderungen durch chronische Restriktion
  • Hormonelle Anpassungen (Leptin, Cortisol)
  •  Je länger die Essstörung, desto wahrscheinlicher ein höherer Set Point

3. Wie lange dauert es, bis sich mein Gewicht stabilisiert?

Typisch: 1-2 Jahre nach Beginn von vollständigem Recovery (physisch + mental).

Faktoren die es beeinflussen:

  • Länge der Essstörung/Diät-Geschichte (länger = länger zum Stabilisieren)
  • Ausmaß der Restriktion (extremer = länger)
  • Wie konsequent du intuitiv isst (Restriktion/Binge-Cycles verlängern es)
  • Stress-Level (chronischer Stress = höherer Set Point)

Wichtig: Das Gewicht kann während dieser Zeit schwanken. Das ist normal.

4. Kann ich meinen Set Point durch Sport/Training senken?

Kurzfristig: Vielleicht ein bisschen.

Langfristig: Wahrscheinlich nicht.

Warum:

Wenn du mehr trainierst, kompensiert dein Körper:

  • Hunger steigt (du isst mehr)
  • NEAT sinkt (du bewegst dich unbewusst weniger im Alltag)
  • Stoffwechsel passt sich an

Studien zeigen: Menschen die viel Sport machen verbrennen NICHT dramatisch mehr Kalorien als Menschen die wenig Sport machen – langfristig.

Das heißt nicht „Sport ist nutzlos!“

Sport ist SUPER für:

  • Mentale Gesundheit
  • Herz-Kreislauf-Gesundheit
  • Kraft, Mobilität
  • Freude, Gemeinschaft

Aber als Tool um Set Point zu senken? Funktioniert es meist nicht.

5. Was ist, wenn mein Set Point "zu hoch" ist für die Gesundheit?

  1. „Zu hoch“ ist oft subjektiv und durch Diät-Kultur beeinflusst.
  2. Gesundheit ist mehr als Gewicht (siehe HAES oben).
  3. Kampf gegen deinen Set Point ist auch ungesund.

Die Forschung zeigt:

  • Chronische Diät-Versuche erhöhen Gesundheitsrisiken (Jo-Jo-Effekt schadet)
  • Gewichtsstabilität (auch bei höherem Gewicht) ist gesünder als Gewichts-Cycling
  • Gesunde Verhaltensweisen (Bewegung, Ernährung, Schlaf) verbessern Gesundheitsmarker – unabhängig von Gewichtsveränderung

Als Psychologin rate ich: Fokussiere dich auf gesunde Verhaltensweisen. Nicht auf Gewicht.

6. Ich habe Angst dass mein Gewicht "nie aufhört zu steigen"

Das ist eine der häufigsten Ängste in Recovery.

Ich verstehe das. Ich hatte diese Angst auch.

Die Wahrheit:
Dein Gewicht wird aufhören zu steigen. Bei deinem Set Point.

Aber: Das kann 1-2 Jahre dauern. Und während dieser Zeit kann es sich anfühlen wie „es hört nie auf.“

Was hilft:

  • Vertrauen entwickeln (durch Unterstützung, Coaching)
  • Fokus weg von Gewicht, hin zu Funktion/Wohlbefinden 
  • Geduld (das Härteste!)

7. Kann ich in Recovery sein UND versuchen Gewicht zu verlieren?

Nein.

Das ist wie „halb schwanger sein.“ Funktioniert nicht.

Recovery bedeutet:

  • Physische Wiederherstellung (Gewicht wiederherstellen)
  • Normal essen (kein Restriktion)
  • Mental loslassen (kein Gewichts-Fokus)

Wenn du versuchst „in Recovery zu sein“ aber gleichzeitig Gewicht zu verlieren – bist du in Quasi-Recovery.
Das ist ein Limbo. Du isst mehr als in der Essstörung. Aber du bist nicht frei.

Volle Recovery = Körper + Geist + Frieden.

8. Was ist Quasi-Recovery und bin ich dort?

Quasi-Recovery bedeutet: Du bist körperlich „recovered“ (normales Gewicht, isst genug) ABER mental kämpfst du immer noch.

Zeichen von Quasi-Recovery:

  • Du isst genug, aber hast immer noch Angst vor bestimmten Foods
  • Du bist im „gesunden“ Gewichtsbereich, aber denkst ständig über Abnehmen nach
  • Du bewegst dich, aber aus Zwang (nicht Freude)
  • Du hast aufgehört Kalorien zu zählen, aber im Kopf tust du es immer noch
  • Du hasst deinen Körper bei diesem Gewicht

Viele bleiben hier stecken.

Quasi-Recovery ist besser als Essstörung. Aber es ist keine Freiheit.

Volle Recovery bedeutet: Körper + Geist heilen.

9. Meine Familie/Freunde sagen ich sollte abnehmen - was sage ich?

Das ist schwer. Menschen verstehen Set Point oft nicht.

Was du sagen kannst:

Option 1 (kurz): „Mein Körper ist wo er gesund ist. Ich habe Frieden mit ihm geschlossen.“

Option 2 (erklärend): „Mein Körper hat ein natürliches Gewicht – einen Set Point. Versuche dagegen zu kämpfen hat mich krank gemacht. Ich fokussiere jetzt auf Gesundheit, nicht Gewicht.“

Option 3 (Grenzen setzen): „Ich möchte nicht über mein Gewicht sprechen. Das Thema ist für mich schwierig. Können wir bitte über etwas anderes reden?“

Wenn sie nicht aufhören:

Du darfst gehen. Du darfst Kontakt reduzieren. Du darfst dich schützen.
Deine Recovery ist wichtiger als die Meinungen anderer.

10. Wie unterscheidet sich Set Point von "Set Point Range"?

Set Point: Eine spezifische Zahl (z.B. 70 kg)

Set Point Range: Ein Bereich (z.B. 68-73 kg)

Moderne Forschung spricht eher von Set Point Range.

Was das bedeutet:Dein Körper verteidigt nicht exakt „70.0 kg“ – sondern einen Bereich.

Innerhalb dieses Bereichs kann dein Gewicht natürlich schwanken:

  • Hormone (Menstruationszyklus = 1-3 kg Schwankung)
  • Hydration (Salz-Intake, Kohlenhydrate = Wasser-Retention)
  • Verdauung (Darm-Inhalt = 1-2 kg Unterschied)
  • Stress, Schlaf, Entzündung

Das ist normal.

Wenn du innerhalb deines Set Point Range bist – keine Panik bei Schwankungen!

Was als Psychologin über Set Point & Mentale Gesundheit weiß

Meine Arbeit ist nicht nur Biologie. Es ist Psychologie.

Und hier ist was ich gelernt habe:

Der Kampf gegen Set Point zerstört die Mentale Gesundheit

Ich sehe es bei fast allen meinen Klienten:

  • Chronische Angst (vor Essen, Gewichtszunahme)
  • Depression (vom ständigen „Versagen“)
  • Obsessive Gedanken (Essen kontrolliert das Leben)
  • Soziale Isolation (Vermeidung von Essen-Situationen)
  • Niedriges Selbstwertgefühl („Ich kann nicht mal das schaffen“)

Akzeptanz ist der Ausweg

Akzeptanz bedeutet nicht: „Ich liebe dieses Gewicht.“

Akzeptanz bedeutet: „Das ist die Realität. Von hier kann ich starten.“

Das ist Radical Acceptance aus der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT).

Akzeptanz ist nicht passiv. Es ist aktiv.

Es ist die Entscheidung: „Ich kämpfe nicht mehr gegen meinen Körper. Ich kümmere mich um ihn.“

Von dieser Basis aus ist echte Veränderung möglich.
Aber nicht durch Zwang. Durch Fürsorge.

Deine nächsten Schritte

Wenn du bis hierhin gelesen hast, spürst du wahrscheinlich: Etwas muss sich ändern.

Hier sind 2 Optionen, die ich dir anbieten kann:

💙 Option 1: Arbeite mit mir (1:1 Coaching)

Das ist richtig für dich wenn:

  • Du in oder nach Recovery bist und mit Set Point/Gewichtszunahme kämpfst
  • Du jahrelang Diät gemacht hast und endlich Frieden finden willst
  • Du verstehst dass du Unterstützung brauchst (allein ist zu schwer)
  • Du jemanden willst der BEIDE Perspektiven hat (Psychologin + Ex-Betroffene)

Was wir gemeinsam machen:

  • Set Point verstehen & akzeptieren (psychologisch + biologisch)
  • Mit Gewichtsangst umgehen (Kognitive Techniken + Emotionsregulation)
  • Intuitives Essen entwickeln (keine Regeln, nur Körpersignale)
  • Body Neutrality aufbauen (Frieden statt Krieg)
  • Von Kontrolle zu Vertrauen kommen (der härteste Shift)

Kontaktiere mich für ein kostenloses Erstgespräch 💙

Kein Druck. Kein Sales. Nur: Passt das für uns?

 📧 Option 2: Bleib in Kontakt (Newsletter)

Das ist richtig für dich wenn:

  • Du noch nicht bereit für Coaching bist (das ist OK!)
  • Du regelmäßige Unterstützung & Infos willst

Was du bekommst (alle 2 Wochen):

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Ein letztes Wort von mir

Ich weiß wie frustrierend diese Informationen sein können.

Du denkst vielleicht:  „Ich habe Jahre gekämpft und mein Körper gewinnt trotzdem?“

Ja. Aber das ist nicht „Verlieren.“ Das ist Biologie.

Dein Körper versucht dich nicht zu sabotieren. Er versucht dich zu schützen.

Die Jahre, die ich gegen meinen Set Point gekämpft habe? Waren die schmerzhaftesten meines Lebens.

Die Jahre seit ich Frieden damit geschlossen habe? Sind die freiesten.

Ich bin in einem größeren Körper als ich mir damals während der Heilung „gewünscht“ habe. Aber ich lebe mehr.

Ich habe Energie. Ich denke klar. Ich habe meine Periode. Ich genieße das Essen. Ich gehe schwimmen, reise, lebe.

Das ist mein Set Point. Und ich habe Frieden damit geschlossen.

Das ist möglich. Auch für dich.

Als Psychologin habe ich gelernt: Heilung ist möglich. Immer. Der Weg ist hart. Aber er lohnt sich.

Du bist nicht allein. Und du verdienst Frieden mit deinem Körper.

Der erste Schritt beginnt heute. 💙

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