“Ich fühle mich fett!” 3 Tipps wie du dich sofort besser fühlst

„Ich fühle mich fett!” 3 Tipps wie du dich sofort besser fühlst

Von Tanja, M.Sc & B.Sc. Psychologin (King's College London), MBPsS, Spezialistin für Essstörungen & Körperbild & Magersucht-Überlebende| 10+ Jahre Erfahrung

Ich fühle mich fett
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Ich stand vorm Spiegel. Wieder. Die Jeans. Die nicht passte. Wieder.

Und dieser Gedanke – dieser eine, vergiftete Gedanke, der mich zehn Jahre begleitet hat: „Ich fühle mich fett.“

Nicht „Ich BIN fett.“ Nicht „Ich habe zugenommen.“

Sondern: „Ich FÜHLE mich fett.“

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Hallo!

Ich heiße Tanja.
Ich bin Psychologin für Essstörungen, Körperhass und Selbstablehnung.
Ich bin auch eine Magersuchtsüberlebende.

Meine Mission ist es, dir zu helfen, deinen Kampf mit dem Essen und deinem Körper zu beenden und dich zu inspirieren, deinen wahren Wert zu entdecken.  Weiterlesen… 

Inhaltsverzeichnis

Mit Normalgewicht dachte ich es.
Mit leichtem Untergewicht dachte ich es.
Mit starken Untergewicht – verhungernd, blaue Lippen, keine Periode – dachte ich es immer noch:
„Ich fühle mich fett.“

Das Gewicht änderte sich. Der Gedanke nicht.

Vielleicht kennst du das. Vielleicht stehst du auch vor dem Spiegel und denkst: „Ich bin fett und hässlich.“ Oder „Ich fühle mich dick und unwohl.“ Oder „Ich bin zu fett.“

Heute weiß ich als Psychologin für Essstörungen und Magersuchtsüberlebende:

„Ich fühle mich fett“ ist kein Gefühl über deinen Körper. Es ist ein Gefühl über deinen Schmerz.
Und das erkläre ich dir jetzt.

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Warum fühlen wir uns überhaupt fett? Die Gesellschaft & Fettphobie

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Strategies for Recovery

Bevor ich dir zeige, wie du aufhörst, dich fett zu fühlen, lass uns verstehen: WARUM fühlen wir uns überhaupt so?

Warum denken Frauen bei 50 Kilo „Ich bin zu fett“?
Warum denken Frauen bei 70 Kilo „Ich bin zu fett“?
Warum dachte ICH bei 35 Kilo – verhungernd – „Ich bin zu fett“?

Die Antwort ist nicht in unserem Körper. Die Antwort ist in unserer Gesellschaft.
Wir leben in einer Gesellschaft mit kollektiver Fettphobie.

Fettphobie – das ist die irrationale Angst vor Fett, vor Dicksein, vor Körperfülle.
Und diese Fettphobie ist überall:

Im Kindergarten:

  • Dicke Kinder werden gehänselt
  • „Moppelchen“ als „liebevoller“ Kosename
  • Ausgegrenzt auf dem Spielplatz

In der Schule:

  • „Du bist zu dick für…“ (Sport, Tanzgruppe, Cheerleading)
  • Kommentare über Mittagessen
  • Witze über Gewicht

In den Medien:

  • Dünne Körper als Erfolg dargestellt
  • Dicke Körper als Witz, als Vorher-Foto, als Problem
  •  „Vorher/Nachher“ – als wäre „Nachher“ (dünner) immer besser

In der Arztpraxis:

  • „Sie müssen abnehmen“ (egal, welches Problem du hast)
  • Gewicht als moralisches Versagen
  •  Gesundheit = Dünn sein (was eine Lüge ist)

In der Familie:

  • „Du solltest aufpassen, was du isst“
  • „Willst du WIRKLICH Nachtisch?“
  • Diäten als Geschenk

Überall.

Von Kindesbeinen an lernen wir: Dick sein = schlecht. Dünn sein = gut.
Nicht explizit. Nicht direkt. Aber durch tausend kleine Botschaften, die sich in unser Unterbewusstsein brennen.

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Die Lügen, die uns die Gesellschaft über "Fett sein" erzählt

Die Lügen, die uns die Gesellschaft über „Fett sein“ erzählt
Die Gesellschaft sagt:

Dick sein bedeutet:

  • Undiszipliniert
  • Faul
  • Ungepflegt
  • Maßlos
  • Erfolglos
  • Keine Kontrolle über das eigene Leben

Dünn sein bedeutet:

  • Diszipliniert
  • Erfolgreich
  • Attraktiv
  • Wertvoll
  • Kontrolle
  •  „Das Leben im Griff haben“

Das sind LÜGEN.

Dein Körpergewicht sagt absolut NICHTS über:

  • Deinen Wert als Mensch
  • Deine Disziplin
  • Deinen Erfolg
  • Deine Gesundheit (ja, wirklich!)
  • Deine Liebenswürdigkeit

Aber wir GLAUBEN diese Lügen.
Weil wir sie seit der Kindheit hören. Weil wir sehen, wie dicke Menschen behandelt werden. Weil wir Angst haben, so behandelt zu werden.
Also denken wir: „Ich bin fett“ = „Ich bin wertlos“.
Und diese Gleichung zerstört uns.

Warum "Ich bin fett und hässlich" zusammen gedacht wird

Hast du bemerkt, dass diese beiden Wörter fast immer zusammenkommen?
„Ich bin fett und hässlich.”

Nicht „Ich bin fett und liebenswert.“
Nicht „Ich bin fett und erfolgreich.“
Nicht „Ich bin fett und attraktiv.“

Sondern: fett UND hässlich.

Als wären sie untrennbar verbunden.
Das ist kein Zufall.

Die Gesellschaft – die Diätindustrie, die Medien, die Schönheitsindustrie – hat uns beigebracht:
Fett = hässlich = wertlos.
Und wir haben es geglaubt.

Ich habe es geglaubt. Im starken Untergewicht um mein Leben kämpfend, dachte ich: „Ich bin fett und hässlich.“
Mein Körper war am Verhungern. Und ich dachte, ich sei zu fett.

Das ist, wie tief diese Lügen sitzen.

Body Positivity & die Neutralisierung von "Fett"

Die Body Positivity Bewegung versucht, diese Lügen zu entlarven.
Ihr Ansatz: „Fett“ ist ein neutrales Wort.
Wie „groß“. Wie „klein“. Wie „blond“. Wie „brünett“.

Eine Beschreibung. Keine Wertung.
„Fett sein“ bedeutet:

  • Dein Körper hat mehr Fettgewebe
  • Das ist alles
  • Keine moralische Aussage
  • Keine Aussage über deinen Wert

Das Ziel: Das Wort „fett“ zu neutralisieren. Ihm die negative Macht zu nehmen.
Zu sagen: „Ich bin fett“ – genauso neutral wie „Ich bin groß.“

Ohne Scham. Ohne Wertung.

Aber auch wenn die Gesellschaft das Problem ist...

Ich weiß.
Es ist frustrierend zu hören: „Das Problem ist nicht dein Körper. Das Problem ist die Gesellschaft.“

Weil – was kannst DU damit anfangen?
Du kannst nicht die gesamte Gesellschaft ändern.
Du kannst nicht die Fettphobie abschaffen.
Du kannst nicht die Diätindustrie stoppen.

Aber du kannst etwas für DICH ändern.
Du kannst lernen, die Lügen zu erkennen.
Du kannst lernen, „Ich fühle mich fett“ zu übersetzen in „Ich fühle [das wahre Gefühl].“
Du kannst lernen, deinen Körper nicht mehr als Feind zu sehen.

Das ist nicht einfach.
Das ist, als würdest du gegen Jahre – manchmal Jahrzehnte – der Konditionierung ankämpfen.

Aber es ist möglich.
Und ich zeige dir jetzt, wie.

1. “Ich fühle mich fett” - Fett ist kein Gefühl

Fett ist kein Gefühl, sondern ein Denkmuster, das oft von einem größeren Problem ablenkt. Was meinst du eigentlich, wenn du sagst „Ich fühle mich fett“? Schämst du dich? Denkst du, dass du hässlich bist? Hast du Angst? Bist du einsam? Hast du das Gefühl nichts wert zu sein? Bist du nicht liebenswert? Fühlst du dich verletzlich?

Die Wahrheit ist, dass keines dieser Gefühle mit fett gleichzusetzen ist, aber die Diätkultur, die Medienbotschaften und die fett hassende Gesellschaft sagen uns, dass fett bedeutet, unattraktiv, ungesund und erfolglos zu sein.

Falls du meinen Artikel zu Warum sind Diäten so schädlich für deinen Körper und deine Psyche verpasst hast, kannst du diesen gerne hier lesen.

Im Gegensatz, was bedeutet dünn sein für dich? Dich schön zu fühlen? Liebenswert zu sein? Wertvoll zu sein? Attraktiv zu sein? Glücklich zu sein? Keines dieser Gefühle ist wirklich gleichbedeutend mit dünn. Dünn und fett sind eine Überzeugung und hängen nicht von deinem Gewicht oder deiner Figur ab.

Wenn du also zu dir selbst immer wieder sagst “Ich fühle mich fett”, dann erlaubst du dir, dich schlecht oder schrecklich zu fühlen.  Wohingegen “Ich fühle mich dünn” für dich bedeutet, dass du dich gut fühlen kannst und darfst.

Um zu verstehen, was hinter dem “Ich fühle mich fett” Gefühl steckt, nimm dir etwas Zeit und überlege, warum du dich so fühlst. Wovon lenkst du dich eigentlich ab?

Ich weiß, es ist oft so viel einfacher, sich auf das eigene Körperbild zu konzentrieren, als sich einem möglichen Versagen zu stellen und der Angst, etwas zu tun, was du nicht tun möchtest. Oder deinem Körper die Schuld zu geben, unglücklich zu sein, als sich mit den eigenen Emotionen auseinanderzusetzen.

Wenn nächstes Mal der Gedanken “Ich fühle mich fett” aufkommt, dann stelle dir folgende Fragen:

  • Wie fühlt sich fett sein an?
  • Weiß ich sicher, dass dieses Gefühl wahr ist?
  • Wenn es wahr wäre, was wäre das Schlimmste, was aus diesem Gefühl entstehen könnte?

Auf diese Weise wirst  du den wahren Grund dafür entdecken, warum du dich nicht so gut fühlst. Sobald du den Grund dafür herausgefunden hast, kannst du beginnen, diese negativen Gefühle zu heilen.

2. Schreibe deine guten Eigenschaften auf

Zu viel Konzentration auf deine negativen Eigenschaften kann auch ein Grund für deine „Ich fühle mich fett“ Gedanken sein. Es ist in Ordnung zuzugeben, dass du kurvig oder übergewichtig bist, aber es ist nicht in Ordnung, dir negative Namen wie zum Beispiel fette Kuh zu geben.

Mache dir bewusst, dass ein negatives Mindset dein Denken einschränkt. Positive Emotionen vermitteln dir ein Gefühl von Optimismus und dass alles möglich ist, während negative Emotionen es dir schwierig machen, sogar kleine Hindernisse in deinem Leben zu überwinden.

Für die folgende Übung benötigst du ein Stück Papier, einen Stift und etwas Zeit für dich selbst. Konzentriere dich jetzt auf all deine positiven physischen und nicht-physischen Qualitäten und schreibe mindestens 3 Qualitäten für jede Kategorie auf.

Als kleine Hilfe könntest du dir folgende Fragen stellen:

Welche körperlichen Eigenschaften schätze oder mag ich an mir selbst?

– Was können diese Eigenschaften für mich tun?

Du könntest zum Beispiel sagen: Meinen Mund, denn ich kann mit seiner Hilfe mit meinen Freunden sprechen, oder meine Arme, denn diese ermöglichen es mir meine Familie zu umarmen und somit meine Liebe auszudrücken.

– Was sind die nicht-physischen Eigenschaften, die du an dir magst?

– Für welche Eigenschaften bekommst du Komplimente?

Deine Antwort könnte zum Beispiel sein: Ich bin ein guter Zuhörer, oder meine Kollegen schätzen mich für mein Fachwissen.

Wenn du deine Liste fertiggestellt hast, versuche, jede Woche mindestens eine weitere positive Eigenschaft hinzuzufügen. Versuche dir auch jeden Tag etwas zu gönnen und etwas Positives über dich zu sagen. Auf diese Weise wird sich deine Einstellung gegenüber dir selbst ändern und du wirst beginnen, dich in einem besseren Licht zu sehen.

Ich fühle mich fett

3. Werde dir des Körper-Bashings und der Gespräche mit Freunden / Familie bewusst

Wie reagierst du, wenn jemand in deinem Freundeskreis oder ein Familienmitglied den eigenen Körper runtermacht oder „Ich fühle mich fett“ oder „Ich fühle mich zu dick“ sagt? Machst du das dann auch mit deinem Körper?

Wenn ja, mache dir keine Vorwürfe. Es ist ein normales menschliches Verhalten, sagen zu wollen: „Ich fühle mich auch fett!” Dieses Verhalten zeugt von Empathie. In diesem Fall neigt jedoch dieses Verhalten dazu, nur Körper-Bashing und Körpermobbing aufrechtzuerhalten. Versuche also, dir deines Verhaltens bewusst zu werden und die negativen Gespräche über den Körper zu ändern, da es niemandem dient.

Wie reagierst du auf die Unsicherheit deiner Freunde oder Familienmitglieder in Bezug auf deren Körper? Hörst du mit Verständnis und Mitgefühl zu oder denkst du, sie können oder sollten sich nicht so fühlen, weil sie attraktiver, dünner oder erfolgreicher sind als du?

Vergiss aber nicht, sie sind auch Menschen und haben das Recht, sich unsicher oder schlecht in ihrem Köper zu fühlen. Nicht, dass dies gut ist, aber unabhängig von der Figur, dem Gewicht oder unseres Status haben wir alle das Recht, unsere Gefühle zu fühlen. Akzeptiere dies und erlaube anderen, ihre Unsicherheit über ihren Körper ebenfalls auszudrücken.

Denke daran: wenn du dem Gefühl von “Ich fühl mich fett” oder “Ich fühl mich dick” nachgibst und deiner kritischen inneren Stimme erlaubst zu entscheiden, ob du einen guten oder einen schlechten Tag hast, wird es für sie nur einfacher sein, dich weiterhin zu plagen.

Du musst nicht alleine den Weg aus deiner Essstörung oder deinem Körperhass bestreiten.

Schreib mir und wir können gemeinsam herausfinden, wie ich dir helfen kann.

Die Heilung deiner Essstörung und die Überwindung deines Körperhasses ist möglich – Ich habe es geschafft, andere haben es geschafft und so kannst du es auch schaffen!

FAQ: "Ich fühle mich fett" - Deine Fragen beantwortet

Warum fühle ich mich fett, obwohl ich normalgewichtig bin?

„Ich fühle mich fett“ hat absolut nichts mit deinem tatsächlichen Gewicht zu tun. Es ist ein emotionales Gefühl, keine physische Tatsache.

Ich fühlte mich fett mit extremen Untergewicht– am Verhungern. Menschen in allen Körpergrößen können sich fett fühlen, weil „sich fett fühlen“ bedeutet:

„Ich fühle emotionalen Schmerz, den ich nicht benennen kann.“

Dein Körper ist nicht das Problem – er ist nur der Sündenbock.

Ist "ich fühle mich fett" ein echtes Gefühl?

Nein. „Ich fühle mich fett“ ist kein Gefühl, sondern ein Denkmuster.

Fett ist keine Emotion – es ist eine gesellschaftliche Bewertung, die wir gelernt haben.

Wenn du sagst „Ich fühle mich fett“, verbirgt sich dahinter meist ein anderes Gefühl: Scham, Angst, Einsamkeit, Wertlosigkeit.

Die Diätkultur hat uns beigebracht, diese komplexen Gefühle als „sich fett fühlen“ zu übersetzen – aber das ist nicht wahr.

Warum fühle ich mich fett und hässlich gleichzeitig?

„Ich bin fett und hässlich“ – diese beiden Worte kommen fast immer zusammen vor, weil die Gesellschaft uns beigebracht hat:

Fett = hässlich = wertlos.

Wenn du denkst „Ich fühle mich fett und hässlich“, fühlst du in Wahrheit Scham, Wertlosigkeit und die Angst, nicht liebenswert zu sein.

Die Essstörung übersetzt diese Gefühle in „fett und hässlich“, weil du damit etwas TUN kannst (weniger essen, mehr Sport).

Aber die Lösung ist nicht, deinen Körper zu verändern – sondern den wahren Schmerz zu heilen.

Warum fühle ich mich nach dem Essen immer fett?

Wenn du dich nach dem Essen fett fühlst, fühlst du nicht „fett“ – du fühlst dich voll, schuldig oder ängstlich.

Die Essstörung übersetzt diese Gefühle in „Ich fühle mich fett“ und gibt deinem Körper die Schuld.

In Wahrheit ist es die Angst vor Kontrollverlust oder die Scham über das Essen – nicht dein Körper. „Sich fett fühlen“ nach dem Essen ist ein Zeichen für eine gestörte Beziehung zu Essen, nicht für ein Problem mit deinem Gewicht.

Wenn du dich nach jedem Essen fett und schuldig fühlst: Schreib mir hier. Als Psychologin für Essstörungen kann ich dir helfen, Frieden mit dem Essen zu schließen.

Ich fühle mich eklig und aufgedunsen in meinem Körper – was kann ich tun?

Wenn du dich eklig, aufgedunsen oder unwohl in deinem Körper fühlst, ist das nicht dein Körper – das ist deine Dissoziation vom Schmerz.

Dein Körper ist nicht eklig. Er fühlt sich nur so an, weil du von ihm getrennt bist.

Was hilft:

  • Atme.
  • Frage dich: „Was ist HEUTE passiert, das weh getan hat?“ (Nicht: „Was ist mit meinem Körper?“).
  • Schreibe das wahre Gefühl auf – nicht „Ich fühle mich eklig“, sondern „Ich fühle mich verletzt/ängstlich/allein, weil…“

Was ist der Unterschied zwischen "sich fett fühlen" und "fett sein"?

„Sich fett FÜHLEN“ ist ein emotionales Gefühl (Scham, Angst, Wertlosigkeit) – es kann in JEDEM Körper passieren und hat nichts mit tatsächlichem Gewicht zu tun.

„Fett SEIN“ ist eine neutrale Beschreibung von Körpergröße – keine moralische Wertung.

Die Diätkultur vermischt diese beiden absichtlich und will, dass du glaubst: „Ich fühle mich fett“ = „Ich BIN fett“ = „Ich bin wertlos.“

Das ist eine Lüge.

Die Wahrheit ist: Du fühlst Schmerz, dein Körper ist neutral, und dein Wert ist unabhängig von beidem.

Kann man sich fett fühlen, auch wenn man dünn ist?

Ja. „Ich fühle mich fett“ hat absolut nichts mit deinem tatsächlichen Gewicht zu tun.

Ich war im extremen Untergewicht und fühlte mich fett. Menschen in allen Körpergrößen – dünn, normalgewichtig, übergewichtig, untergewichtig – können sich fett fühlen.

Warum? Weil „sich fett fühlen“ kein Gefühl über den Körper ist, sondern über emotionale Schmerzen. Es ist die Art, wie dein Gehirn Gefühle wie Scham, Wertlosigkeit oder Angst übersetzt – in etwas, das „kontrollierbar“ erscheint.

Wenn du dich bei jedem Gewicht fett fühlst: Lass uns gemeinsam herausfinden, was wirklich dahintersteckt.

Ich kenne beide Seiten: als Betroffene und als Psychologin.

Wie fühlt sich "fett" eigentlich an?

Die ehrliche Antwort? Fett fühlt sich wie gar nichts an.

Fett ist Gewebe, Zellen, Energiespeicher – es hat kein Gefühl.

Wenn du fragst „Wie fühlt sich fett an?“, fragst du in Wahrheit: „Wie fühlt sich Scham an? Wie fühlt sich Angst an? Wie fühlt sich Selbsthass an?“

Die Antwort ist: Schmerzhaft. So schmerzhaft, dass wir lieber sagen „Ich fühle mich fett“ als „Ich fühle Schmerz, den ich nicht benennen kann.“

Aber der Schmerz verschwindet nicht durch Abnehmen – er verschwindet durch Fühlen, Heilen, Verstehen.

Wann sollte ich Hilfe suchen, wenn ich mich ständig fett fühle?


Wenn „Ich fühle mich fett“ oder „Ich fühle mich dick“ zu einem ständigen Begleiter geworden ist – bei jedem Gewicht, in jeder Situation – dann ist das ein Zeichen, dass du:

  • Emotionale Schmerzen hast, die du nicht verarbeitet hast
  • Eine gestörte Beziehung zu deinem Körper entwickelt hast
  • Möglicherweise Symptome einer Essstörung zeigst

Brauchst du Hilfe. Und das ist mehr als okay.

Ich war dort. Zehn Jahre lang war „Ich fühle mich fett“ mein erster Gedanke am Morgen und mein letzter am Abend. Heute bin ich frei. Diese Freiheit ist auch für dich möglich.

Schreib mir hier – als Psychologin für Essstörungen und als jemand, die zehn Jahre mit „Ich fühle mich fett“ gelebt hat, kann ich dir helfen, den Weg aus diesem Schmerz zu finden.

Du bist nicht fett. Du fühlst Schmerz. Und dieser Schmerz ist heilbar. 💙

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Andrea
Andrea
BST/Juni/J 11:34 p.m.

Danke dir für diese Zeilen. Ich bin hier absolut am verzweifeln. Ich habe innerhalb von 3 Monaten einiges zugelegt, wiege eigentlich um die xx bei xx. Mittlerweile xx 🙁 Das macht mich so unfassbar fertig und ja, bei mir liegt der Hase auch tief begraben. Ich denke tatsächlich, ich bin liebenswerter wenn ich dünn bin. Fühle mich einfach schrecklich.

Ich werde die Übungen mal machen.

Tina
Tina
BST/Juni/J 5:50 p.m.

Hi, danke für Deinen Artikel, Du hast ja so recht. „ich bin fett“ bedeutet für mich eigentlich „ich bin unwichtig, ungeliebt, übersehen, alleine“ und mit meinem „ich bin zu fett“ habe ich einen Grund, ein Packende. Ich muss abnehmen, dann werde ich lieb gehabt usw.
Fuck, stimmt nicht, 184 und 68 kg ist nicht dick und selbst, wenn ich 58 wiege ändert das nichts (hatte ich schon)

Tanja
Administrator
BST/Juni/J 1:09 p.m.
Antwort auf  Tina

Super, dass du das so für dich erkannt hast. Mache dir doch einmal Gedanken, woher deine Glaubenssätze kommen und welchen Einfluss sie sonst in deinem Leben haben und dann überlege dir doch einmal, wie du diese Glaubenssätze in gesündere, liebevollere und freundlichere umwandeln kannst.

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