Mit der Heilung der Essstörung beginnen: 7 erste Schritte

Mit der Heilung der Essstörung beginnen: 7 erste Schritte

Von Tanja, M.Sc & B.Sc. Psychologin (King's College London), MBPsS, Spezialistin für Essstörungen & Körperbild & Magersucht-Überlebende| 10+ Jahre Erfahrung

MIT DER HEILUNG DER ESSSTÖRUNG BEGINNEN
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📌 KEY TAKEAWAYS (60 Sekunden Zusammenfassung)

Der Anfang ist der schwerste Teil – aber machbar mit den richtigen Schritten

Du brauchst professionelle Hilfe – Therapie ist nicht optional, sondern essentiell

7 erste Schritte: Anerkennung → Ziele setzen → Unterstützung holen → Dich öffnen → Gewohnheiten ändern → Routine entwickeln → Erfolge feiern

Kleine Schritte zählen – keine Perfektion nötig, nur Fortschritt

Heilung dauert Zeit (3-7 Jahre, manchmal auch länger) – aber ist absolut möglich!

Inhaltsverzeichnis

Vielleicht ist es ein Gedanke, der dich schon seit Monaten – oder sogar Jahren – begleitet:

„Ich will meine Essstörung heilen. Aber wo fange ich an?“

Oder vielleicht bist du an einem Punkt angelangt, an dem du nicht mehr so weitermachen kannst. Du bist erschöpft. Du bist es leid zu kämpfen. Du sehnst dich nach Freiheit.

Aber der Gedanke, mit der Heilung der Essstörung zu beginnen, fühlt sich überwältigend an.

Ich verstehe das. Ich war genau da, wo du jetzt bist.

Als ich damals beschloss, meine Magersucht zu heilen, hatte ich keine Ahnung, wo ich anfangen sollte. Ich wusste nur, dass ich nicht mehr so leben konnte. Ich wusste, dass sich etwas ändern musste.

alt="about tanja"

Hallo!

Ich heiße Tanja.
Ich bin Psychologin für Essstörungen, Körperhass und Selbstablehnung.
Ich bin auch eine Magersuchtsüberlebende.

Meine Mission ist es, dir zu helfen, deinen Kampf mit dem Essen und deinem Körper zu beenden und dich zu inspirieren, deinen wahren Wert zu entdecken.  Weiterlesen… 

Der Anfang war mit der schwerste Teil meiner gesamten Recovery.

Nicht weil die ersten Schritte objektiv am schwierigsten waren – sondern weil sie die unbekanntesten waren. Ich wusste nicht, was mich erwartete. Ich wusste nicht, ob ich stark genug war. Ich wusste nicht, ob es überhaupt funktionieren würde.

Aber ich habe es getan. Ich habe den ersten Schritt gewagt. Und das hat mein Leben verändert.

Heute – seit mehr als 10 Jahre – bin ich vollständig geheilt. Ich lebe ein Leben voller Freiheit, Freude und Frieden mit meinem Körper und dem Essen.

Und ich möchte dir zeigen, wie du das auch schaffen kannst.

In diesem Artikel zeige ich dir 7 erste Schritte, um mit der Heilung deiner Essstörung zu beginnen. Diese Schritte haben mir geholfen. Sie haben Tausenden anderen geholfen. Und sie können auch dir helfen.

Du musst nicht alles auf einmal tun. Du musst nicht perfekt sein. Du musst nur anfangen.

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Warum mit der Heilung der Essstörung beginnen der schwerste Teil ist

Bevor wir zu den 7 Schritten kommen, lass uns verstehen, warum mit der Heilung der Essstörung beginnen so schwer ist:

1. Die Angst vor dem Unbekannten

Deine Essstörung ist vertraut. Sie ist deine Art, mit Schmerz, Stress, Angst und Unsicherheit umzugehen. Sie gibt dir – auf kranke Weise – Struktur, Kontrolle und Sicherheit.

Mit der Heilung der Essstörung zu beginnen bedeutet, diese „Sicherheit“ aufzugeben – ohne zu wissen, was danach kommt.

Das ist beängstigend. Das ist normal.

2. Die Stimme der Essstörung

Wenn du darüber nachdenkst, mit der Heilung der Essstörung zu beginnen, wird die Stimme deiner Essstörung sehr laut:

  • „Du schaffst das nicht.“
  • „Du bist zu schwach.“
  • „Ohne mich wirst du scheitern.“
  • „Du brauchst mich.“

Diese Stimme will dich davon abhalten zu heilen – weil deine Heilung ihr Ende bedeutet.

3. Die Überwältigung

Wo fange ich an? Wie heile ich? Was mache ich zuerst? Brauche ich Therapie? Muss ich zunehmen? Wie erkläre ich das meiner Familie?

So viele Fragen. So viel Unsicherheit.

Es ist völlig normal, dass du dich überfordert fühlst.

4. Die Scham und Schuld

Viele Menschen, die mit der Heilung beginnen wollen, kämpfen mit Scham:

  • „Wie konnte ich mir das nur antun?“
  • „Warum kann ich nicht einfach ’normal‘ essen?“
  • „Was werden andere über mich denken?“

Diese Scham kann dich davon abhalten, den ersten Schritt zu machen.

Aber hier ist die Wahrheit: Du hast nichts falsch gemacht. Essstörungen sind komplexe psychische Erkrankungen – keine persönlichen Versagen.

Und der mutigste, stärkste Schritt, den du machen kannst, ist zu sagen: „Ich brauche Hilfe. Ich bin bereit zu heilen.“

Bist du bereit, mit der Heilung der Essstörung zu beginnen?

Bevor wir zu den 7 Schritten kommen, eine wichtige Frage:

Bist du wirklich bereit?

Es gibt keinen „perfekten“ Zeitpunkt, um mit der Heilung der Essstörung zu beginnen. Aber es gibt Anzeichen, dass du bereit sein könntest:

Anzeichen, dass du bereit bist:

✅ Du erkennst an, dass du ein Problem hast

  • Du leugnest deine Essstörung nicht mehr
  • Du siehst, wie sie dein Leben negativ beeinflusst

✅ Du sehnst dich nach Veränderung

✅ Du bist bereit, Hilfe anzunehmen

  • Du musst nicht alles alleine schaffen
  • Du bist offen dafür, Unterstützung zu suchen

✅ Du hast einen Funken Hoffnung

  • Auch wenn klein – du glaubst (oder hoffst), dass Heilung möglich ist

Was, wenn du noch nicht bereit bist?

Das ist völlig okay. Heilungsbereitschaft kommt nicht über Nacht.
Aber wenn du diesen Artikel liest, bist du näher an der Bereitschaft, als du denkst.

Du musst nicht 100% bereit sein, um anzufangen. 20% Bereitschaft reicht.

Der Rest kommt mit der Zeit.

7 erste Schritte, um mit der Heilung der Essstörung zu beginnen

Schritt 1: Erkenne an, dass du Hilfe brauchst – und dass das okay ist

Der allererste Schritt, um mit der Heilung der Essstörung zu beginnen, ist die Anerkennung.

Anerkennung bedeutet:

  • „Ich habe eine Essstörung.“
  • „Mein Essverhalten ist nicht gesund.“
  • „Ich brauche Hilfe.“
  • „Ich kann das nicht alleine schaffen.“

Das klingt einfach – aber für viele Menschen ist dieser Schritt der schwerste.

Warum ist Anerkennung so schwer?

Deine Essstörung will nicht, dass du sie anerkennst. Sie flüstert dir ein:

  • „So schlimm ist es doch gar nicht.“
  • „Du hast die Kontrolle.“
  • „Andere haben es schlimmer.“
  • „Du bist nicht ‚krank genug‘.“

Aber die Wahrheit ist: Wenn dein Essverhalten dein Leben negativ beeinflusst – egal wie „schwer“ oder „leicht“ – verdienst du Hilfe. Du musst nicht erst im Krankenhaus landen, um Hilfe zu verdienen. Du musst nicht erst untergewichtig sein, um Hilfe zu brauchen. Du musst nicht erst „am Boden“ sein, um zu heilen.
Du darfst jetzt Hilfe holen. Heute.

Praktische Übung: Die Anerkennung aussprechen

Nimm dir einen Moment Zeit. Atme tief ein und aus.

Dann sage laut (oder schreibe auf):

📝 „Ich erkenne an, dass ich eine Essstörung habe.“
📝 „Ich erkenne an, dass ich Hilfe brauche.“
📝 „Ich erkenne an, dass das okay ist.“
📝 „Ich bin bereit, mit der Heilung zu beginnen.“

Das mag sich seltsam oder beängstigend anfühlen. Aber allein das Aussprechen dieser Worte ist ein kraftvoller erster Schritt.

💙 Du hast diesen Schritt getan – du erkennst an, dass du Hilfe brauchst. Das ist unglaublich mutig.

Als Psychologin für Essstörungen und als Überlebende kann ich dir helfen, die nächsten Schritte zu gehen. Mit wissenschaftlich fundierten Methoden, mit Empathie und mit der Hoffnung, die aus echter Erfahrung kommt.

Schreib mir und lass uns gemeinsam deinen individuellen Heilungsweg gestalten. Du musst das nicht alleine schaffen. 💙

Schritt 2: Setze dir klare Heilungsziele – aber halte sie realistisch

Einer der wichtigsten Schritte, wenn du mit der Heilung deiner Essstörung beginnst, ist die Zielsetzung.

Warum sind Ziele wichtig?

Ohne ein festgelegtes Ziel weißt du nicht, wohin deine Reise gehen soll und du kannst auch keine Fortschritte messen. Außerdem helfen dir Ziele, motiviert zu bleiben – besonders an schwierigen Tagen.

ABER: Deine Ziele müssen realistisch sein.

Unrealistische Ziele (vermeide diese!):

❌ „Ich werde in 3 Monaten vollständig geheilt sein“
❌ „Ich werde ab morgen normal essen“
❌ „Ich werde nie wieder einen Rückfall haben“
❌ „Ich werde meinen Körper sofort lieben“

Diese Ziele setzen dich unter Druck und führen zu Enttäuschung.

Realistische Ziele (strebe diese an!):

✅ „Ich werde mit einem Therapeuten über meine Essstörung sprechen“
✅ „Ich werde diese Woche drei Mal nach meinem Essensplan essen“
✅ „Ich werde eine Person meines Vertrauens einweihen“
✅ „Ich werde die Waage aus meinem Badezimmer entfernen“
✅ „Ich werde ein Recovery-Journal beginnen“

Diese Ziele sind konkret, messbar und erreichbar.

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Schritt 3: Hole dir professionelle Unterstützung – Therapie ist entscheidend

Das möchte ich ganz klar sagen: Du kannst eine Essstörung nur sehr schwer alleine heilen und es dauert deutlich länger.

Das bedeutet nicht, dass du schwach bist. Es bedeutet, dass Essstörungen komplexe psychische Erkrankungen sind.

Welche professionelle Hilfe brauchst du?

✅ Psychotherapie:

  • Therapeuten, die auf Essstörungen spezialisiert ist
  • Kognitive Verhaltenstherapie (CBT), DBT oder andere evidenzbasierte Ansätze
  • Regelmäßige Sitzungen (idealerweise wöchentlich)

✅ Ernährungsberatung:

  • Ernährungsberatung, die mit Essstörungen Erfahrung hat
  • Entwicklung eines individuellen Essensplans
  • Unterstützung bei Mahlzeiten und Herausforderungen

✅ Medizinische Betreuung:

  • Ein Arzt, der deinen körperlichen Gesundheitszustand überwacht
  • Besonders wichtig bei Anorexie oder Bulimie
  • Regelmäßige Check-ups

„Aber ich kann mir keine Therapie leisten…“

Ich verstehe, dass Kosten ein Hindernis sein können. Aber es gibt Möglichkeiten:

  • Krankenkasse übernimmt oft Psychotherapie
  • Beratungsstellen bieten kostenlose oder günstige Unterstützung
  • Online-Therapie kann günstiger sein
  • Selbsthilfegruppen sind oft kostenlos

Der Punkt ist: Hole dir irgendeine Form von professioneller Unterstützung.

Deine Heilung ist es wert. Du bist es wert.

Professionelle Unterstützung ist das Fundament, wenn du mit der Heilung der Essstörung beginnst. Aber du brauchst auch emotionale Unterstützung von geliebten Menschen.

💙 Als Psychologin für Essstörungen biete ich Online-Coaching an – speziell für Menschen, die mit der Heilung ihrer Essstörung beginnen.

Mit meiner eigenen Recovery-Erfahrung und psychologischem Fachwissen kann ich dir helfen:

  • Einen individuellen Heilungsplan zu erstellen
  • Deine ersten Schritte zu gehen
  • Hindernisse zu überwinden
  • Hoffnung zu finden

Kontaktiere mich für ein kostenloses Erstgespräch. Gemeinsam finden wir heraus, wie ich dir am besten helfen kann. 💙

Schritt 4: Öffne dich gegenüber geliebten Menschen – du bist nicht allein

Obwohl mit der Heilung der Essstörung zu beginnen in vielerlei Hinsicht eine individuelle Erfahrung ist, kann die Unterstützung durch Familie, Partner oder Freunde sehr hilfreich sein.

Warum ist es wichtig, sich zu öffnen?

Deine Essstörung will, dass du alles geheim hältst und allein bist – denn dann hat sie die größte Macht und Kontrolle über dich.

Je mehr du über deine Probleme mit einer Person deines Vertrauens sprichst, desto schwächer wird deine Essstörung sein.

Wie öffnest du dich?

Ich weiß, es ist nicht einfach, über deine Essstörung zu sprechen. Aber du wirst hinterher erleichtert sein und dich so viel freier fühlen.

Schritt-für-Schritt:

1️⃣ Wähle die richtige Person

  • Jemand, dem du vertraust
  • Jemand, der empathisch ist
  • Jemand, der nicht urteilt

2️⃣ Wähle den richtigen Zeitpunkt

  • Ein ruhiger Moment
  • Wenn ihr ungestört seid
  • Wenn du dich einigermaßen stabil fühlst

3️⃣ Bereite vor, was du sagen möchtest

  • Du könntest sagen: „Ich möchte dir etwas Wichtiges erzählen. Ich habe eine Essstörung und beginne gerade mit der Heilung. Ich brauche deine Unterstützung.“
  • Oder: „Es fällt mir schwer darüber zu sprechen, aber ich vertraue dir. Ich kämpfe mit einer Essstörung und möchte heilen.“

4️⃣ Erkläre, wie sie helfen können

  • „Ich brauche jemanden, der mir zuhört“
  • „Ich brauche jemanden, der nicht über mein Essen oder Gewicht spricht“
  • „Ich brauche jemanden, der mich daran erinnert, warum ich heile“
  • „Ich brauche jemanden, den ich anrufen kann, wenn es schwer wird“

Auch wenn die Menschen in deinem Leben vielleicht nicht genau wissen, wie sie dir helfen können, kann allein das Wissen, dass sie dich lieben und du dich an sie lehnen kannst, wenn es schwierig wird, einen großen Unterschied machen.

Du hast jetzt ein Unterstützungssystem aufgebaut. Der nächste Schritt, wenn du mit der Heilung der Essstörung beginnst, ist das Erkennen und Beseitigen von Gewohnheiten, die deine Essstörung nähren.

Schritt 5: Erkenne und beseitige Gewohnheiten, die deine Essstörung am Leben halten

Eine erfolgreiche Heilung der Essstörung erfordert viele Veränderungen und das Loslassen von Gewohnheiten, die deine Essstörung nähren.

Loslassen von schlechten Gewohnheiten kann schwierig sein, da es sich um tief verwurzelte Verhaltensweisen handelt, die dir vielleicht noch nicht einmal bewusst sind.

Je früher du diese Gewohnheiten erkennst und beseitigst, desto leichter wird die Heilung sein.

✅ Checkliste: Gewohnheiten, die deine Essstörung am Leben erhalten

Gehe diese Checkliste durch und markiere, was auf dich zutrifft:

BODY-CHECKEN:

☐ Ich kontrolliere übermäßig oft meine Figur im Spiegel
☐ Ich wiege mich täglich (oder mehrmals täglich)
☐ Ich messe meine Körperteile mit einem Maßband
☐ Ich „teste“, ob meine Knochen fühlbar sind
☐ Ich vergleiche meinen Körper mit meinem „dünnsten“ Foto

ESSEN-KONTROLLE:

☐ Ich zähle Kalorien bei jeder Mahlzeit
Ich vermeide bestimmte Lebensmittelgruppen komplett
☐ Ich habe „verbotene“ und „erlaubte“ Lebensmittel
Ich esse immer zur gleichen Zeit, nie spontan
☐ Ich schneide mein Essen in winzige Stücke

SOCIAL MEDIA:

☐ Ich folge „Thinspiration“ Accounts
☐ Ich folge Fitness-Influencern mit extremen Körpern
☐ Ich vergleiche meinen Körper mit Bildern online
☐ Ich scrolle durch Diät– oder „Clean Eating“ Content
☐ Ich suche nach Essstörungs-Communities (Pro-Ana/Pro-Mia)

BEWEGUNG:

Ich muss jeden Tag Sport machen, egal wie ich mich fühle
☐ Ich kompensiere Essen durch Sport
☐ Sport ist Pflicht, kein Vergnügen
☐ Ich habe Panik, wenn ich einen Tag pausieren muss

ANDERE:

☐ Ich lese Artikel über Diäten und Gewichtsverlust
☐ Ich schaue mir Kochshows an, esse aber selbst nicht
☐ Ich trage nur weite Kleidung, um meinen Körper zu verstecken
☐ Ich vermeide Spiegel oder Fotos komplett

Was du jetzt tun kannst:
Für jede Gewohnheit, die du markiert hast, überlege:

✅ Wie kann ich diese Gewohnheit beseitigen?

  • Waage → wegwerfen oder einer Freundin geben
  • Kalorien-App → löschen
  • Triggernde Accounts → entfolgen
  • Maßband → in den Müll

✅ Womit kann ich sie ersetzen?

  • Statt Body-Checken → Atemübung oder Tagebuchschreiben
  • Statt Kalorienzählen → Intuitives Essen üben
  • Statt Thinspiration → Recovery-Accounts folgen
  • Statt Zwangssport → Sanfte Bewegung aus Freude

Nimm dir Zeit und beobachte deine täglichen Gewohnheiten. Erkenne jene, die deine Essstörung aufrechterhalten – und beseitige sie konsequent aus deinem Leben.

Diese triggernden Gewohnheiten loszulassen ist essentiell, wenn du mit der Heilung der Essstörung beginnst. Aber genauso wichtig ist es, neue, gesunde Gewohnheiten aufzubauen.

💙 Brauchst du Hilfe dabei, triggernde Gewohnheiten zu identifizieren und zu beseitigen?

Als Psychologin helfe ich dir, diese Muster zu erkennen und durch gesunde Verhaltensweisen zu ersetzen. Gemeinsam entwickeln wir Strategien, die für DICH funktionieren.

Schreib mir und lass uns daran arbeiten. 💙

Schritt 6: Entwickle eine gesunde Routine – Struktur hilft bei der Heilung

Wenn du mit der Heilung der Essstörung beginnst, ist Beständigkeit und eine gesunde Routine sehr wichtig für deinen Erfolg.

Warum ist Routine wichtig?

Eine Routine:

✅ Beschäftigt und lenkt dich ab
✅ Verringert die Versuchung, zu Essstörungsverhalten zurückzukehren
✅ Bereitet dich besser auf Stress vor
✅ Gibt dir Sicherheit und Kontrolle (die gesunde Art!)
✅ Hilft dir, dich selbst zu schätzen

Du wirst anfangen, dich selbst mehr wertzuschätzen, wenn du lernst, deiner Gesundheit und deinem Wohlbefinden Priorität einzuräumen.

Elemente einer gesunden Recovery-Routine:

1. REGELMÄSSIGE MAHLZEITEN:

  • 3 Hauptmahlzeiten + 2-3 Snacks pro Tag
  • Zu festen Zeiten (reduziert Angst!)
  • Auch wenn du keinen Hunger hast (dein Körper braucht es!)

2. AUSREICHEND SCHLAF:

  • 7-9 Stunden pro Nacht
  • Feste Schlafenszeit
  • Schlaf ist essentiell für emotionale Regulation

3. JOURNALING:

  • Jeden Tag 10-15 Minuten
  • Schreibe über deine Gefühle, Ängste, Erfolge
  • Sehr befreiend und hilft dir, dich selbst zu verstehen

4. ACHTSAMKEIT ODER MEDITATION:

  • 5-10 Minuten täglich
  • Hilft dir, im Moment zu bleiben (nicht in Angst über Zukunft oder Vergangenheit)
  • Reduziert Stress

5. SELBSTFÜRSORGE:

  • Mindestens eine Aktivität pro Tag, die dir Freude bereitet
  • Ein Bad, ein Buch, ein Spaziergang, Zeit mit einem Haustier
  • Keine Verpflichtung – nur Genuss

6. SOZIALE VERBINDUNG:

  • Regelmäßiger Kontakt mit unterstützenden Menschen
  • Mindestens einmal pro Woche etwas mit jemandem unternehmen
  • Menschen brauchen Menschen – Isolation nährt die Essstörung

7. THERAPIE-TERMINE:

  • Feste wöchentliche oder zweiwöchentliche Termine
  • Nicht verschieben oder absagen (außer Notfall!)
  • Priorität Nr. 1 in deinem Kalender

Schritt 7: Feiere kleine Erfolge – jeder Schritt zählt

Wenn du mit der Heilung der Essstörung beginnst, ist es leicht, nur auf das große Endziel zu schauen: „Vollständige Heilung.“

Aber Heilung passiert nicht in einem großen Sprung. Sie passiert in tausend kleinen Schritten.

Und jeder dieser Schritte verdient Anerkennung.

Was sind „kleine Erfolge“?

Kleine Erfolge sind zum Beispiel:

✅ Du hast deine Therapeutin angerufen und einen Termin gemacht
✅ Du hast heute nach deinem Essensplan gegessen
✅ Du hast dich nicht gewogen, obwohl du wolltest
✅ Du hast ein „Fear Food“ gegessen
✅ Du hast nein zu exzessivem Sport gesagt
✅ Du hast einem Freund von deiner Essstörung erzählt
✅ Du hast 5 Minuten meditiert
✅ Du hast nicht auf Kommentare über deinen Körper reagiert
✅ Du hast dein Recovery-Journal geschrieben
✅ Du hast diesen Artikel gelesen

Ja – diesen Artikel zu lesen ist bereits ein Erfolg! Es zeigt, dass du bereit bist zu lernen, zu wachsen, zu heilen.

Wie feierst du kleine Erfolge?

1. ERKENNE SIE AN:

  • Sage laut: „Ich bin stolz auf mich.“
  • Schreibe sie in dein Journal
  • Teile sie mit deiner Unterstützungsperson

2. BELOHNE DICH:

  • Nicht mit Essen (das ist keine Belohnung!)
  • Sondern mit Dingen, die dir Freude bereiten:
    Ein neues Buch kaufen
    Einen Film schauen
    Ein entspannendes Bad nehmen
    Zeit mit einem geliebten Menschen verbringen

3. SAMMLE SIE:

  • Erstelle eine „Erfolgs-Liste“ in deinem Journal
  • Immer wenn du einen kleinen Erfolg hast → schreibe ihn auf
  • An schwierigen Tagen → lies die Liste
  • Sie erinnert dich daran, wie weit du schon gekommen bist

Vergiss nie: Recovery ist kein gerader Weg. Es gibt Fortschritte und Rückschritte. Aber jeder kleine Schritt in die richtige Richtung ist ein Sieg. Feiere ihn.

Was kommt nach dem Anfang? Die nächsten Schritte in der Recovery

Du hast die ersten 7 Schritte getan. Du hast mit der Heilung deiner Essstörung begonnen. Das ist unglaublich!

Aber was kommt jetzt?

Die nächsten Schritte könnten sein:

📍 Vertiefte Therapie

  • Arbeit an den Wurzeln deiner Essstörung
  • Trauma-Verarbeitung (falls relevant)
  • Entwicklung von Bewältigungsstrategien

📍 Essensplan-Erweiterung

  • Mehr Flexibilität
  • Integration von „Fear Foods“
  • Schrittweise Annäherung an intuitives Essen

📍 Körperakzeptanz-Arbeit

📍 Soziale Re-Integration

  • Essen gehen mit Freunden
  • Teilnahme an sozialen Events
  • Aufbau eines Lebens außerhalb der Essstörung

📍 Identitätsfindung

  • Wer bin ich ohne meine Essstörung?
  • Was sind meine Werte, Träume, Ziele?
  • Aufbau eines sinnvollen Lebens

Aber das ist alles für später. Für jetzt: Fokussiere dich auf die ersten 7 Schritte.

Ein Schritt nach dem anderen. Ein Tag nach dem anderen.

Du schaffst das. 💙

FAQs zum Beginn der Essstörungsheilung

1. Wie fange ich an, meine Essstörung zu heilen, wenn ich keine Ahnung habe, wo ich beginnen soll?

Um mit der Heilung der Essstörung zu beginnen, starte mit Schritt 1: Anerkennung.

Erkenne an, dass du ein Problem hast und dass du Hilfe brauchst. Dann hole dir professionelle Unterstützung – eine Therapeutin oder einen Arzt. Du musst nicht alles auf einmal herausfinden. Der erste Schritt ist, um Hilfe zu bitten.

2. Wann bin ich bereit für die Essstörung Heilung?

Es gibt keinen „perfekten“ Zeitpunkt, um mit der Heilung der Essstörung zu beginnen. Aber wenn du erkennst, dass deine Essstörung dein Leben negativ beeinflusst, und wenn du auch nur einen kleinen Funken Hoffnung oder Bereitschaft zur Veränderung verspürst – dann bist du bereit genug, um anzufangen.

Du musst nicht 100% bereit sein. 20% reichen.

3. Was sind die ersten Schritte bei der Essstörung Recovery?

Die 7 ersten Schritte sind:

  1. Anerkenne, dass du Hilfe brauchst
  2. Setze dir klare, realistische Heilungsziele
  3. Hole dir professionelle Unterstützung
  4. Öffne dich gegenüber geliebten Menschen
  5. Erkenne und beseitige triggernde Gewohnheiten
  6. Entwickle eine gesunde Routine
  7. Feiere kleine Erfolge.

4. Wie lange dauert es, eine Essstörung zu heilen?

Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich.

Manche brauchen 1-2 Jahre, andere 5-10 Jahre oder länger.

Der Punkt ist: Es ist kein Sprint, es ist ein Marathon. Aber jeder Tag in Recovery bringt dich näher zur Heilung.

5. Was, wenn ich Angst habe, mit der Heilung der Essstörung zu beginnen?

Das ist absolut normal. Der Anfang ist der beängstigendste Teil – weil er unbekannt ist.

Aber denke daran:

Deine Essstörung ist auch beängstigend. Sie raubt dir dein Leben. Die Angst davor, mit der Heilung der Essstörung zu beginnen, ist kleiner als die Realität eines Lebens in der Essstörung.

Du kannst das schaffen. Schritt für Schritt.

6. Muss ich zunehmen, wenn ich mit der Heilung der Essstörung beginne?

Wenn du an Anorexie leidest und untergewichtig bist – ja, Gewichtszunahme ist notwendig für körperliche und psychische Heilung.

Das ist oft der angstvollste Teil, wenn du mit der Heilung der Essstörung beginnst, aber es ist nicht optional.

Bei Bulimie oder Binge Eating kann das Gewicht stabil bleiben oder sich normalisieren.

7. Wie sage ich meiner Familie, dass ich mit der Heilung beginnen möchte?

Wähle einen ruhigen Moment und sage einfach: „Ich habe eine Essstörung und möchte heilen. Ich brauche eure Unterstützung.“

Erkläre, wie sie helfen können – z.B. nicht über dein Essen oder Gewicht sprechen, dich zu Terminen begleiten, einfach da sein. Die meisten Familien sind erleichtert, dass du den Mut gefunden hast, mit der Heilung der Essstörung zu beginnen.

8. Was, wenn ich schon mehrmals versucht habe zu heilen und gescheitert bin?

Rückfälle sind Teil des Heilungsprozesses – nicht das Ende davon.

Jeder Versuch hat dich etwas gelehrt. Jetzt weißt du mehr über dich selbst, über deine Trigger, über das, was funktioniert und was nicht.

Dieser Versuch kann anders sein.Mit der richtigen Unterstützung und den richtigen Tools kannst du es schaffen.

9. Brauche ich einen Essensplan, wenn ich mit der Heilung beginne?

Für die meisten Menschen: Ja.

Besonders wenn du gerade erst mit der Heilung der Essstörung beginnst, ist ein strukturierter Essensplan essentiell. Er gibt dir Sicherheit, stellt sicher, dass du genug isst, und nimmt Entscheidungen ab (was die Angst reduziert). 

10. Was mache ich, wenn meine Essstörungsstimme mir sagt, ich soll nicht heilen?

Erkenne diese Stimme als das, was sie ist: Deine Essstörung, die um ihr Überleben kämpft.

Sie ist NICHT die Wahrheit.

Dann antworte laut: „Ich höre dich, aber ich glaube dir nicht mehr. Ich wähle Heilung.“

Mit der Zeit wird diese Stimme schwächer – aber am Anfang musst du aktiv gegen sie ankämpfen.

11. Ist es normal, dass der Anfang der Heilung so schwer ist?

JA! Der Anfang ist für fast jeden Menschen sehr schwierig. Es ist unbekannt, beängstigend, überwältigend.

Aber denke daran: Es wird leichter. Mit jedem Tag, an dem du an deiner Heilung arbeitest, wird es ein kleines bisschen einfacher. Die ersten Schritte sind die härtesten – aber sie sind auch die wichtigsten.

Fazit: Der erste Schritt ist der wichtigste – und du hast ihn gerade getan

Wenn du bis hierher gelesen hast, hast du bereits den ersten Schritt gemacht.

Du hast dich informiert. Du hast nach Wegen gesucht, wie du beginnen kannst. Du hast dir erlaubt zu hoffen, dass Heilung möglich ist.
Das ist nicht klein. Das ist riesig.

Mit der Heilung der Essstörung zu beginnen ist der mutigste Schritt, den du machen kannst. Es ist auch der schwerste.
Aber er ist möglich. Und er ist es wert.

Die 7 ersten Schritte nochmal zusammengefasst:

  1. Erkenne an, dass du Hilfe brauchst – und dass das okay ist
  2. Setze dir klare Heilungsziele – aber halte sie realistisch
  3. Hole dir professionelle Unterstützung – Therapie ist entscheidend
  4. Öffne dich gegenüber geliebten Menschen – du bist nicht allein
  5. Erkenne und beseitige triggernde Gewohnheiten – Waage weg, Apps löschen
  6. Entwickle eine gesunde Routine – Struktur hilft bei der Heilung
  7. Feiere kleine Erfolge – jeder Schritt zählt

Du musst nicht alle Schritte heute machen. Du musst nicht perfekt sein.
Du musst nur anfangen.

Und dann – einen Tag nach dem anderen, einen Schritt nach dem anderen – wirst du heilen.

Ich verspreche dir: Es ist möglich. Ich habe es geschafft. Tausende andere haben es geschafft. Und du kannst es auch schaffen.

Das Leben nach der Essstörung wartet auf dich. Und es ist so viel schöner, als du es dir jetzt vorstellen kannst.
Beginne heute. Beginne jetzt.

Du hast jetzt die 7 Schritte kennengelernt, die dir helfen, mit der Heilung der Essstörung zu beginnen. Der nächste Schritt liegt bei dir.

Du musst nicht alleine auf dem Weg aus deiner Essstörung kämpfen.

Als Psychologin für Essstörungen und als Magersuchtsüberlebende verstehe ich deinen Schmerz, deine Angst und deine Zweifel. Ich war genau da, wo du jetzt bist.

Und ich kann dir zeigen, wie du die ersten Schritte gehst – mit wissenschaftlich fundierten Methoden, mit Empathie und mit der Hoffnung, die aus echter Erfahrung kommt.

Schreib mir und wir können gemeinsam herausfinden, wie ich dir helfen kann.

Die Heilung deiner Essstörung ist möglich.

Ich habe es geschafft. Andere haben es geschafft. Und du – ja, DU – kannst es auch schaffen.

Der erste Schritt ist der wichtigste. Und du bist bereit, ihn zu gehen.

Ich glaube an dich. 💙

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